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Mecklenburg-Vorpommern Corona: Studierende und Azubis sollen in Kliniken helfen

Ein Symbol auf der Intensivstation einer Klinik weist auf den Covid-Bereich hin.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Die hohen Corona-Infektionszahlen im Nordosten wirken sich mit Wucht auf das Gesundheitssystem aus. In den Kliniken fallen derzeit bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter aus - mit entsprechenden Folgen. Nun sollen Medizinstudierende und Azubis die Lücken verkleinern.

Schwerin (dpa/mv) - Coronabedingt fällt in den Pflegeeinrichtungen und Kliniken im Nordosten immer mehr Personal aus - nun sollen dort in den kommenden Wochen Azubis und Studierende aushelfen. Das teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) nach der Sitzung des Krisenstabs der Landesregierung am Montag mit. Geplant sei etwa, dass Pflege-Azubis im zweiten Ausbildungsjahr ab April für bis zu vier Wochen vom schulischen Unterricht befreit werden, um in den Einrichtungen ihres Arbeitgebers einspringen zu können.

Außerdem sollen Medizinstudierende an den Unikliniken in Rostock und Greifswald mit anpacken: Dort wird der Semesterstart des zweiten klinischen Jahres um vier Wochen verschoben. Gleiches gelte für den Studiengang "Klinische Pflegewissenschaft" in Greifswald. So könnten bis zu 375 Studierende auf freiwilliger Basis Kliniken unterstützen. Die Leistungen werden Drese zufolge als Pflichtzeiten anerkannt.

Der Ausfalldruck in Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Kliniken im Nordosten ist den Angaben nach deutlich zu spüren. "Das öffentliche Gesundheitssystem ist nach wie vor an der Überlastungsgrenze", sagte Drese. Neben einem starken Patientenaufkommen habe sich die Zahl der Klinikmitarbeiter, die selbst infiziert sind, nochmals erhöht. "Bis zu 30 Prozent des Personals fallen aus, Stationen werden geschlossen, Operationen verschoben, Notfallpatienten in Nachbarhäuser umgelenkt und Beschäftigte in Kernbereichen zentralisiert", sagte Drese.

Die Ministerin betonte, dass in dieser angespannten Situation kein Gesundheitspersonal ausfallen dürfe, weil die Kinderbetreuung nicht gesichert sei. Das Bildungsministerium werde daher beschließen, dass zwischenzeitlich mehr Kinder von einer Fachkraft betreut werden dürften. Zudem sollen Kitas und Horte personell entlastet werden: Ab Ende März gehen demnach ungefähr 300 angehende Erzieherinnen und Erzieher in ein vorgezogenes Praktikum. Zusätzlich einspringen sollen Studierende der Fachrichtung "Early Education" aus Neubrandenburg.

"Wir verschieben also sowohl bei Ausbildung als auch beim Studium jetzt ganz viel praktische Zeiten auf diese Zeit, um sogenannte helfende Hände in den Einrichtungen zu haben", sagte Drese. Zudem werde geprüft, wie man Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser bei administrativen Tätigkeiten entlasten könne. Aktuell sei nicht die Zeit für regelmäßige Abfragen oder Arbeitsschutzberichte.

Am Sonntag wurden nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern 768 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, 76 davon auf der Intensivstation. Mit 2366,6 hat das Land weiterhin die höchste Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer. Die Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der wegen Corona-Infektionen in Kliniken aufgenommenen Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wurde mit 11,9 angegeben.

Quelle: dpa

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