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Fluggesellschaften müssen zahlen Diese Rechte haben Reisende

Manche Fluggesellschaften verweigern Passagieren ihnen zustehende Entschädigungen. Dabei hat die EU genau festgelegt, welche Rechte man bei Flug und Zug hat. Eine Übersicht.

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Reisende haben häufig viel mehr Rechte als ihnen von Flug- oder Bahngesellschaften zugestanden werden. Nachfragen lohnt sich.

Der Flug fällt aus, die Maschine kommt zu spät oder der Koffer ist verschwunden - häufig beginnt der Urlaub mit Ärger. Flugpassagiere haben bei abgesagten Flügen oder verloren gegangenem Gepäck laut EU-Kommission oft mehr Rechte, als die Airlines ihnen zugestehen. "Jeder Kunde sollte auf sein Recht pochen", sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas in Brüssel.
Zur Not sollten Verbraucher Beschwerde bei ihrer nationalen Behörde einlegen.

So häuften sich nach der Aschewolke im April, wegen der zahlreiche Flüge in Europa ausgefallen waren, die Klagen von Passagieren. Vor allem Billigflieger wollten die Tickets nicht rückerstatten, obwohl sie dazu verpflichtet waren. Mit einer Aufklärungskampagne will die EU-Kommission Verbraucher informieren, was sie tun können, wenn Flüge ausfallen oder Gepäck verlorengeht. Denn die EU hat genau festgelegt, welche Rechte Touristen und Geschäftsreisende bei Fluglinien und Bahn haben.

Welchen Anspruch hat ein Fluggast?

Ist ein Flug überbucht oder wird kurzfristig gestrichen, können sich Passagiere den kompletten Ticketpreis erstatten lassen - einschließlich Steuern und Gebühren. Alternativ darf auch auf einen anderen Flug umgebucht werden. Das gilt auch, wenn man mehr als fünf Stunden auf den Flieger warten muss. Bei einer Wartezeit von mehr als zwei Stunden hat man Anspruch auf Essen, Getränke und Übernachtung.

Was bekommt der Reisende?

Falls der Flug überbucht ist, haben Fluggäste Anspruch auf eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro - das hängt von der Entfernung ab. Stimmt der Fluggast einer Umbuchung zu, bekommt er Mahlzeiten, Getränke und wenn nötig eine Hotelübernachtung.

Und wie ist das bei einer Aschewolke?

Im April durchkreuzte die Aschewolke europaweit die Reisepläne von sieben Millionen Passagieren. Auch in dieser Ausnahmesituation haben gestrandete Fluggäste die Wahl, ob sie ihr Ticket erstattet haben oder umbuchen wollen - zum Beispiel auf einen späteren Flug oder ein anderes Verkehrsmittel. Der einzige Unterschied: Passagiere haben keinen Anspruch auf zusätzliche finanzielle Entschädigung.

Für welche Flüge gelten diese Regeln?

Für alle europäischen Fluggesellschaften, die in der EU starten und landen - selbstverständlich auch für Billigairlines. Auch außereuropäische Fluggesellschaften sind daran gebunden, wenn sie von Europa aus starten. Wer zum Beispiel mit einer amerikanischen Airline von Paris nach New York fliege, hat bei Stornierung des Fluges Anrecht auf Geld. Wer mit derselben Airline von New York nach Paris fliegt, hat diesen Anspruch nicht.

Wie wird man für verloren gegangenes Gepäck entschädigt?

Ist der Koffer endgültig verloren, erhält der Reisende maximal 1220 Euro.

Was tun, wenn die Fluggesellschaft nicht zahlt?

Als Erstes muss jeder Reisende bei der Fluggesellschaft einen Antrag auf Erstattung stellen. Weigert sich die Airline zu zahlen, sollte der Verbraucher Beschwerde einlegen - und zwar bei der nationalen Luftfahrtaufsichtsbehörde. In Deutschland ist das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig zuständig.

Wie sieht es bei Bahnreisen aus?

Im vergangenen Jahr hat die EU die Rechte der Bahnreisenden gestärkt. Bei großen Verspätungen muss die Bahn jedem Kunden eine Entschädigung zahlen. Kommt der Zug zum Beispiel 60 Minuten später an, muss das Unternehmen 25 Prozent des Fahrpreises erstatten, ab 120 Minuten sogar 50 Prozent.

Was ist bei Reisen mit dem Bus oder dem Schiff?

Auch dort soll es bei Verspätungen künftig eine Entschädigung geben - analog zu Flug- und Bahnreisen. Der entsprechende Vorschlag wird in der nächsten Woche im Europaparlament beraten.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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