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Im Schatten der ÖffentlichkeitAbass Baraou verpasst historische deutsche Box-Chance

01.02.2026, 07:37 Uhr
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Abass Baraou erlitt gegen Xander Zayas eine bittere Niederlage (Archivbild). (Foto: IMAGO/Torsten Helmke)

Abass Baraou hatte deutsche Boxgeschichte schreiben wollen, doch sein Vorhaben endet mit einer bitteren Niederlage. Der Kämpfer aus Oberhausen unterliegt dem puertoricanischen WBO-Champion Xander Zayas nach Punkten.

Der deutsche Boxprofi Abass Baraou hat seinen Weltmeister-Titel im Halbmittelgewicht des Verbands World Boxing Association (WBA) verloren. Baraou unterlag im Coliseo de Puerto Rico dem WBO-Champion und Lokalmatadoren Xander Zayas in einem Vereinigungskampf nach Punkten. Er verpasste damit die Chance, in die Fußstapfen der deutschen Box-Helden Sven Ottke und Dariusz Michalczewski zu treten, sich als erst dritter Deutscher zum Weltmeister zweier großer Verbände zu krönen.

Zwei Punktrichter werteten den Kampf nach zwölf Runden mit 116:112 für den 23 Jahre alten Zayas, einer mit der gleichen Punktzahl für Baraou. Es war dessen zweite Niederlage im 19. Kampf seiner Karriere. Zayas bleibt hingegen auch in seinem 23. Kampf makellos und hält nun zwei WM-Titel. Der 31 Jahre alte Baraou, der zwischen Oberhausen und Berlin pendelt, hatte sich im August 2025 zunächst den Interimstitel gesichert. Weil der amtierende Champion Terence Crawford die Gewichtsklasse wechselte, stieg der deutsche Box-Profi kurz darauf zum Weltmeister auf.

"Wenn ich mir meinen Weg anschaue, bin ich schon dabei, für mich selbst Geschichte zu schreiben. Aber ich tue auch ein bisschen was dafür, deutsche Boxgeschichte zu schreiben. Es freut mich, dass ich Rekorde aufstellen und große Geschichte schreiben kann", hatte Baraou vor dem Kampf im Interview mit ntv.de/sport.de gesagt. Übertragen wurde der Kampf nur auf der Facebook-Seite der US-Promoterfirma Top Rank, die Zayas vertritt. Niemand sonst hat die Rechte für den deutschen Markt erworben.

Das mangelnde Interesse an seinem Kampf überrascht Baraou. "Woran das liegt, weiß ich nicht. Das Boxen in Deutschland ist ein wenig in den Hintergrund geraten. Ich finde da nicht wirklich eine Erklärung für. Ich bringe ja Leistung unter den deutschen Farben. Vielleicht muss man so viel erreichen, dass es nicht mehr zu übersehen ist", sagte er.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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