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Lakers feiern deutschen Transfer "Andere hassen es, gegen Dennis zu spielen"

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Schröder kämpft nun für die Lakers.

(Foto: www.imago-images.de)

Der Meister kauft seinen Wunschspieler - und das ist beim mit Superstars gespickten NBA-Team Los Angeles Lakers ausgerechnet der deutsche Nationalspieler Dennis Schröder. Der Klub feiert, der 27-Jährige muss mit der Entscheidung warm werden - vielleicht schafft das ja der Bundestrainer.

Dennis Schröder beschäftigte eine andere Baustelle, als ihn die Los Angeles Lakers auf ihren Medienkanälen im Goldtrikot präsentierten. "Wir brauchen dringend einen Elektrotechniker und einen Klempner heute in Braunschweig", schrieb der Neuzugang des NBA-Champions bei Instagram. Schon bald muss der Basketballstar in Kalifornien nach Handwerkern suchen.

Bereits seit Tagen war klar, dass der 27-Jährige seine Sachen bei den Oklahoma City Thunder zusammenpacken und zur Franchise der Ausnahmefigur LeBron James gehen wird beziehungsweise muss. "Offensiv bekommen wir einen Elitespielmacher", sagte Lakers-Manager Rob Pelinka nach Angaben von US-Medien über den Neuzugang von den Thunder. "Andere Teams hassen es, gegen Dennis zu spielen und seine Mitspieler lieben es, mit ihm zu spielen, weil er diese unangenehme Beharrlichkeit und diesen Schneid hat und das steht genau im Mittelpunkt davon, wie wir spielen und wie wir gewinnen. Er passt da wirklich perfekt rein."

"Willkommen in Los Angeles", schrieben die Lakers, und Schröder antwortete: "That's Tuff." "That's Tuff" wird als positive oder negative Reaktion genutzt, es ist davon auszugehen, dass Schröder zufrieden ist - er versah seinen Kommentar mit einer Flamme. "Wenn er schon getradet werden muss, dann ist das sicherlich nicht der falsche Ort für ihn", sagte Bundestrainer Henrik Rödl. Schließlich hatte Schröder zuletzt noch betont, dass er eigentlich keinen Wechsel anstrebe. Der Point Guard, zurzeit in der Heimat, wo er als Alleingesellschafter des Bundesligisten Löwen Braunschweig einiges zu regeln hat, steigt bald in den Flieger. Auch in den Staaten gibt es allerhand zu tun, kurz vor Weihnachten beginnt schon die neue Saison. Sein Ziel ist ab sofort die Westküste.

Schröders Erfolg - Rödls Pech?

Schröder arbeitet sich in seiner Karriere quer durchs Land. Los ging es bei den Atlanta Hawks (2013), dann weiter nach Oklahoma City (2018) und nun nach L.A. Stadt, Klub, Team, Perspektiven - der Umzug bringt viele Chancen mit sich. "Es gibt sicher schlimmere Trades als zu den LeBron-Champion-Lakers zu kommen", so Rödl. Der 51-Jährige ist felsenfest davon überzeugt, dass Schröder "sich da zurechtfinden" wird. "Die werden ihn geholt haben, um ein großer Teil der Mannschaft zu sein", sagte Rödl: "Wenn er etwas gezeigt hat, dann, dass er in verschiedenen Situationen helfen kann. Ob das als Starter ist oder von der Bank, mehr als Ballverteiler oder als Scorer."

Für den Bundestrainer selbst ist der Wechsel allerdings keine gute Nachricht. Mit den Lakers dürfte sein Spielmacher im Sommer lange in den Playoffs vertreten sein. In diesem Fall würde der Regisseur dem Nationalteam fehlen, wenn es von Ende Juni bis Anfang Juli 2021 im kroatischen Split beim Qualifikationsturnier um ein Tokio-Ticket geht. "Zum jetzigen Zeitpunkt hat die NBA entschieden, dass sie keine Pause macht für die Olympia-Qualifikation", sagte Rödl: "Das wäre dann eine schwierige Situation für uns, ohne ihn da antreten zu müssen." Für ihn sei diesbezüglich aber "das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich warte erst mal ab."

Für Schröders nächsten Schritt sei der Wechsel hingegen Gold wert, betont Rödl. "Er spielt in einer Mannschaft, die fast verdammt ist, zu gewinnen. Den Druck haben nicht viele Mannschaften, der hilft den Spielern in der Entwicklung."

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa