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Bulgarische Diva für den Betzenberg Balakow soll Lautern retten

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Starke Pose: Krassimir Balakow bei seiner Vorstellung als Retter des 1. FC Kaiserslautern.

(Foto: dpa)

Als Fußballer galt Krassimir Balakow als Magier, als Trainer hat der Bulgare nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Mit dem Schweizer Traditionsklub St. Gallen stieg Balakow ab, in Burgas überwarf er sich mit der Klubführung. Nun soll er ausgerechnet dem zweitklassigen 1. FC Kaiserslautern die Erstklassigkeit erhalten.

Als Spieler ein Magier, als Trainer ein harter Hund: Über die Verwandlung des Krassimir Balakow kann wohl niemand so viel erzählen wie Francesco Di Jorio. Als der FC St. Gallen im Frühjahr 2008 tief im Abstiegskampf steckte, schmiss der bulgarische Trainer den Schweizer Ex-Nationalspieler kurzerhand aus dem Team - und Mitspieler Jürgen Gjasula gleich mit. "Dass ich auch nicht mehr mit dem Nachwuchs trainieren darf, habe ich auf der Homepage erfahren", sagte Di Jorio damals.

Retter oder Wiederaufsteiger

Krassimir Balakow soll Kaiserslautern im Falle des Abstiegs auf direkten Weg zurück in die Fußball-Bundesliga führen. Der Bulgare hat beim Tabellenletzten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterschrieben. "Wir sind überzeugt, dass er uns maßgeblich beim Kampf um den Klassenerhalt und darüber hinaus helfen kann. Auch im Falle des Abstiegs würde er mit uns das Ziel direkter Wiederaufstieg angehen", erklärte der Vorstandsvorsitzende des FCK, Stefan Kuntz.

Aus dem einstigen Fußball-Zauberer Balakow scheint seit dem Seitenwechsel ein knallharter Coach geworden zu sein. Matthias Sammer und Felix Magath heißen die Vorbilder des 45-Jährigen, unter beiden hat der Bulgare einst gelernt. Genützt hat ihm die harte Hand zumindest in St. Gallen nichts: Mit dem Schweizer Traditionsklub stieg Balakow am Ende ab. Die "persönlich schwere Niederlage" war der Tiefpunkt der noch kurzen Trainerkarriere des Bulgaren, der nun den 1. FC Kaiserslautern retten soll.

Mittelmäßige Erfolgsbilanz

Als Spieler galt Balakow noch als echter Zauberer: Mit Fredi Bobic und Giovane Elber bildete er das legendäre "magische Dreieck" beim VfB Stuttgart, 1996/1997 erzielte das Trio 49 der 78 Treffer der Schwaben. Am Ende stand der Gewinn des DFB-Pokal. Aus dieser Zeit stammt auch der Spitzname des 92-maligen Nationalspielers: "Bulgarische Diva" nannten die Fans den unkonventionellen Balakow, der in seiner Heimat zweimal zum Fußballer des Jahres gewählt wurde und 1994 das WM-Halbfinale erreichte - durch einen Sieg im Viertelfinale gegen Deutschland in New York. Seine Trainerlaufbahn startete Balakow nach Ende seiner aktiven Karriere 2003 beim VfB Stuttgart als Assistent von Trainer Felix Magath.

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Leidenschaft kann auch Leiden schaffen.

(Foto: dpa)

Es folgten Stationen in der Schweiz, immer begleitet von Assistent Rainer Widmayer. Der heutige Co-Trainer von 1899 Hoffenheim gilt als ausgemachter Taktikfuchs, bei ihm hat Balakow das Rüstzeug für die großen Ligen dieser Welt erlangt. Zu echten Erfolgen reichte das aber bislang nicht. Nach dem Abschied aus der Schweiz übernahm Balakow im Januar 2009 den bulgarischen Erstligisten Tschernomorets Burgas, wo es wenig später zu einem Wiedersehen mit Bobic kam, der am Schwarzen Meer als Geschäftsführer anheuerte. "Er hat einiges drauf als Trainer. Ich habe gesehen, wie er eine Mannschaft mit 'No-Names' zu gewissen Erfolgen führen kann", sagte der heutige Stuttgarter Sportdirektor kürzlich im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

Differenzen mit der Klubführung

Mit Burgas stand Balakow zwischenzeitlich an der Tabellenspitze, doch das "langfristig angelegte Projekt" endete im Dezember 2010 nach Differenzen mit der Klubführung. Im Juli 2011 übernahm er den kroatischen Traditionsklub Hajduk Split, mit dem er sein erstes Ziel verpasste und in der Qualifikation zur Europa League am englischen Erstligisten Stoke City scheiterte. Derzeit steht Hajduk auf Platz zwei, eine Niederlage beim ewigen Rivalen Dinamo Zagreb zerstörte am vergangenen Wochenende die letzten Titelträume. Am Mittwochabend saß Balakow noch bei Hajduk auf der Bank, am Donnerstag schon in Kaiserslautern im Presseraum. Für den einstigen Mittelfeldregisseur, der perfekt Deutsch, Portugiesisch, Russisch und Englisch spricht, ist es der erste Auftritt als Trainer auf der großen Fußball-Bühne.

"Ich habe das Angebot von Kaiserslautern angenommen, weil ich glaube, dass ich den Abstieg verhindern kann", sagte Balakow. Mit welchen Mitteln, werden die Spieler des 1. FC Kaiserslautern bald erfahren.

Quelle: n-tv.de, Erik Roos, sid

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