Tennislegende ist "überzeugt"Becker verkündet große Prognose für Zverevs Zukunft

Boris Becker ist voll des Lobes über Alexander Zverev. Die deutsche Tennis-Ikone sagt seinem Nachfolger in der Weltspitze das Erreichen eines ganz großen Zieles voraus.
Mit aggressivem Tennis zum Grand-Slam-Titel? Für Boris Becker ist Alexander Zverev dank seiner neu gewonnenen Stärken auf dem Weg zum ganz großen Coup. "Mir geht das Herz auf: Er spielt offensiv. Er steht im Feld. Er geht ans Netz. Er spielt mal Serve-and-Volley. So kann ein Sascha Zverev, mit dieser Spielweise und Einstellung, auch bald ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Ich bin überzeugt", sagte Becker im gemeinsamen Podcast mit der früheren Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic: "Er muss nur weitermachen."
Zverev hat einen ziemlich ordentlichen Saisonstart hingelegt und war bei den Masters in Indian Wells und Miami zuletzt jeweils im Halbfinale am späteren Turniersieger Jannik Sinner aus Italien gescheitert. Dennoch überzeugte der Weltranglistendritte phasenweise mit seinen neuen Offensivqualitäten, in den entscheidenden Momenten eines Matches will er nicht mehr in Passivität verfallen und auch immer wieder mit der Vorhand attackieren.
Becker findet die Entscheidung für den aggressiveren Spielstil "mutig, weil er wird jetzt 29. Die erste Hälfte seiner Karriere ist vorbei. Die meisten legen sich dann zurück", sagte Becker. Der sechsmalige Major-Sieger fügte an: "Er versucht noch mal etwas Neues. Und ich bin so froh, dass er das eben jetzt realisiert hat." So sei es eine "Frage der Zeit", sagte Becker, bis Zverev "ein ganz großes Turnier gewinnt." Der Triumph bei einem der Grand Slams ist seit vielen Jahren das unerreichte Sehnsuchtsziel Zverevs, der schon dreimal im Finale stand, aber stets und teils dramatisch verlor.
"Ist mir inzwischen latte"
Ob Zverev die anerkennenden Worte wohlwollend zur Kenntnis nimmt? Nach eigener Aussage gibt er nichts mehr auf die Meinung von Deutschlands Tennis-Ikone. "Ich glaube, dass er so ein bisschen nach Aufmerksamkeit sucht - und die bekommt er über mich. Das ist leider so. Aber das ist mir inzwischen latte", sagte der Weltranglistendritte im vergangenen Herbst der "Bild am Sonntag".
Becker, der für Zverev lange eine Art Mentor war, hatte zuvor immer wieder Kritik an Zverev und dessen Umfeld geäußert und ihn als "Sorgenkind", das weit von der Weltspitze entfernt sei, bezeichnet. "Ich glaube, dass er sich relativ wenig Sorgen um mich macht, um ehrlich zu sein", äußerte Zverev. Kurz darauf stellte er sein Spiel radikal um - wie von Becker schon lange gefordert.