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Bei Rot über BahnschrankeFührerschein weg? Radsport-Gigant Pogacar bricht Regel

06.04.2026, 11:04 Uhr
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Tadej Pogacar hat vor seinem Sieg in Flandern unerlaubt eine Bahnschranke überfahren. (Foto: dpa)

Vergeht Tadej Pogacar nach seinem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt das Gewinnerlächeln? Dem Rad-Superstar droht ein juristisches Nachspiel, weil er und einige Mitstreiter während des Wettkampfes eine Verkehrsregel missachten.

Radsport-Star Tadej Pogacar droht nach seinem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt ein rechtliches Nachspiel und der Verlust des Führerscheins. Die Staatsanwaltschaft Ostflandern wird laut Medienberichten Ermittlungen aufnehmen, da Pogacar, Olympiasieger Remco Evenepoel und weitere Fahrer trotz Warnlichtern nicht an einer Bahnschranke hielten. Der Vorfall ereignete sich in Wichelen nach etwa 65 der 278 Kilometer.

Laut übereinstimmenden Berichten droht den Radprofis ein Führerscheinentzug von mindestens acht Tagen und eine Geldstrafe zwischen 400 und 5000 Euro. Möglicherweise müssen Pogacar und Co. sogar persönlich vor Gericht erscheinen.

Auch laut Reglement des Radsport-Weltverbandes UCI müssen Fahrer an Bahnübergängen bei rotem Warnlicht anhalten. Im schlimmsten Fall droht eine Disqualifikation. In diesem Fall ist dies jedoch unwahrscheinlich, da es eine Vielzahl von Fahrern betreffen würde.

Bahn reagiert enttäuscht

Die Ampel hatte kurz vor dem Erreichen des Bahnübergangs auf Rot geschaltet. Das Feld teilte sich, der spätere Sieger Pogacar, der Dritte Evenpoel und Co. fuhren weiter, während etwa Mathieu van der Poel vor der Schranke warten musste. Rennkommissare versuchten im Anschluss, das Rennen zu neutralisieren und forderten zum Langsamfahren auf.

Pogacar zeigte sich nach seinem Sieg verwundert über die Situation: Er und die Gruppe seien ganz normal gefahren, ehe sie urplötzlich zum Halten aufgefordert worden seien. "Keine zehn Meter vor dem Übergang springen drei Typen auf die Straße. Ich dachte, vielleicht sind es irgendwelche Demonstranten oder so, irgendetwas Verrücktes ist im Gange. Und ja, dann hat sich die Gruppe am Übergang getrennt."

Die belgische Bahn zeigte sich enttäuscht vom Verhalten der Fahrer. "Die Regeln sind klar: Bei Rot muss man anhalten. Das gilt auch für ein Radrennen", sagte Sprecher Frédéric Petit. "Eineinhalb Millionen Flamen haben das Rennen geschaut. Es ist natürlich ein sehr schlechtes Beispiel, wenn Radfahrer ein solches Signal ignorieren, zumal wir zahlreiche Aufklärungskampagnen zum Thema Sicherheit an Bahnübergängen durchführen."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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