Sport

Terroranschlag in Angola Blutiger Schatten auf die WM

In Südafrika beginnt mit dem tödlichen Angriff auf die Spieler Togos das Bangen um das Weltmeisterschaft im Sommer, auf die das ganze Land so viele Hoffnungen setzt. Der Terroranschlag sei "ein schrecklicher Schlag für das Ansehen Afrikas". Auch einige deutsche Nationalspieler zeigen sich besorgt.

CAI504_ANGOLA-TOGO-ATTACK_0109_11.JPG3025015924599740931.jpg

Nach dem Anschlag in Angola steht die Frage im Raum, wie sicher die WM in Südafrika sein wird.

(Foto: REUTERS)

Nach der Attacke auf den Mannschaftsbus der togoischen Fußball-Nationalmannschaft fürchtet Südafrika negative Auswirkungen auf die WM-Endrunde im eigenen Land. Mit Beunruhigung werden Stimmen aus dem Ausland registriert, die einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag im Vorfeld des Afrika Cups in Angola und dem Turnier in Südafrika herstellten. "Wenn Angola die Spieler nicht vor Terroristen schützen kann, wird Südafrika die größten Stars der Welt schützen können?", wurde die englische "Daily Mail" zitiert. Ähnliches habe zwischen den Zeilen auch der "Telegraph" geschrieben, sorgte sich die südafrikanische Zeitung "Sunday Argus" und schimpfte über "ignorante Kommentatoren".

Trainer Phil Brown vom Premier-League-Club Hull City habe gemeint, die Vorfälle in Angola setzten auch ein "Fragezeichen" für die WM in Südafrika, berichtete die südafrikanische "Sunday Times". Der US-Sportsender ESPN bezeichnete auf seiner Website den Anschlag in Angola als einen "zerstörerischen Schlag" für den ganzen Kontinent, auch wenn es einfach "lächerlich ist, daraus eine Gefahr für die WM zu konstruieren".

Kein Grund zur Sorge

Südafrikas Regierung wies wortreich jeden Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Angola und der WM in Südafrika zurück. Vincent Magvenya, Sprecher des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma, nannte es absurd, die Sicherheitslage in beiden Ländern vergleichen zu wollen. Der Vize-Polizeiminister Südafrikas, Fikile Mbalula, versicherte, dass man "alles voll im Griff" habe.

Auch das WM-Komitee in Südafrika betonte, dass "Terroranschläge überall in der Welt geschehen könnten". Afrika sei schließlich "kein Land, sondern ein Kontinent aus 53 Staaten", so WM-Kommunikationschef Rich Mkhondo. Afrika habe 2009 bereits dreimal unter beweis gestellt, dass hier erfolgreich Sportveranstaltungen ausgetragen werden könnten: mit dem Confederation Cup in Südafrika sowie den U17- und U19-Weltmeisterschaften in Nigeria und Ägypten. "Wir erwarten von der Welt, dass sie nicht mit zweierlei Maß misst", forderte WM- Organisationschef Danny Jordaan.

DFB-Kicker besorgt

Bei einigen deutsche Nationalspieler hat der Anschlag dennoch Sicherheitsbedenken ausgelöst. "Das ist doch alles krank. Ich frage mich, wie die das mit der Sicherheit bei der WM handhaben wollen. Wir als Team werden sicherlich beschützt sein, aber was ist zum Beispiel mit den Familienangehörigen?", sagte Nationaltorhüter Rene Adler der "Bild am Sonntag". Auch sein Leverkusener Vereinskollege Simon Rolfes machte sich Gedanken über mögliche Sicherheitsprobleme: "Gerade jetzt denkt man besorgt daran, dass in vier, fünf Monaten in Afrika die WM stattfindet."

lahm.jpg

Philipp Lahm bei einem Südafrika-Besuch im Jahr 2007.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Verteidiger Philipp Lahm vom FC Bayern München verwies hingegen auf positive Erinnerungen an seinen eigenen Ausflug nach Afrika. "Ich war schon in Südafrika. Mir ist dort nichts passiert", sagte der Außenverteidiger. Auch Teamkollege Mario Gomez ist davon überzeugt, "dass alles dafür getan wird, dass alle Beteiligten ein sicheres Turnier erleben werden".

Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler warnte vor Panikmache: "Man sollte das jetzt nicht alles zusammenschmeißen und Südafrika Unrecht tun. Das ist weiter weg und ein ganz anders organisiertes Land. Die FIFA-Verantwortlichen vor Ort werden für die Sicherheit sorgen. Das kann man nicht mit Angola vergleichen."

Angst im Kopf

Aber so wenig es einen sachlichen Grund geben mag, sich wegen des Angriffs auf die Spieler Togos im Norden Angolas Gedanken um die Fußball-WM in Südafrika zu machen, so sehr sind sich die Südafrikaner des psychologischen Effekts bewusst. Schließlich wird die WM 2010 das erste Weltturnier auf afrikanischem Boden sein - und noch sind viele Karten nicht verkauft. Es sollte "ein goldenes Jahr für Afrikas Fußball werden", nun gehe das "Zittern um die Fußball- Weltmeisterschaft" los, schrieb der "Sunday Argus". Die Konkurrenz "Sunday Times" titelte hingegen forsch: "Südafrika bleibt optimistisch".

Aber es war ausgerechnet FIFA-Präsident Joseph Blatter der indirekt einen Zusammenhang zwischen Angola und Südafrika herstellte. "Ich habe Vertrauen in Afrika, und diesem Vertrauen ist es auch geschuldet, dass wir gemeinsam das wichtigste Turnier im Weltfußball 2010 organisieren", formulierte Blatter in seinem Beileidsschreiben an den Präsidenten des Afrikanischen Fußballverbands CAF, Issa Hayatou.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa/sid

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.