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Endlich eine Medaille Bronze erlöst Seitz vom Barren-Trauma

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Elizabeth Seitz behielt diesmal die Nerven an ihrem Lieblingsgerät.

(Foto: dpa)

Fabian Hambüchen ist gar nicht dabei bei der Turn-EM im rumänischen Cluj-Napocat. Anteil an Bronze von Elisabeth Seitz hat er dennoch. Der Durchhaltewillen des Reck-Olympiasiegers war und ist das große Vorbild für die Stufenbarren-Spezialistin.

Die ersehnte Bronzemedaille endlich um den Hals, wollte Elisabeth Seitz den Dank an ihren langjährigen Turnkollegen Fabian Hambüchen auf keinen Fall vergessen. "Er war immer ein Vorbild für mich, weil er niemals aufgegeben hat", sagte die 23-Jährige und strahlte dabei ihre am Stufenbarren errungene EM-Plakette fast selig an. Und aktualisierte sofort ihr Profilbild bei Facebook.

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EM-Bronze fühlte sich wie Gold an.

(Foto: dpa)

Der Olympiasieger hatte am Reck 2008 und 2012 zweimal knapp an Gold vorbeigegriffen, ehe er 2016 in Rio de Janeiro doch noch am Königsgerät triumphierte. Und was Hambüchen sein Reck, ist der Stuttgarterin ihr Barren: Das Lieblingsgerät, an dem sie fünfmal binnen sieben Jahren bei internationalen Championaten das Finale erreichte. Das ersehnte Edelmetall konnte sie aber bis dato einfach nicht gewinnen.

Und erst nach der Siegerehrung bei den Europameisterschaften im rumänischen Cluj-Napoca war Seitz' Olympia-Trauma von Rio endgültig verarbeitet. Nur 0,003 fehlten seinerzeit zu Rang drei, den sich in Brasilien die derzeit verletzte Teamkollegin Sophie Scheder gesichert hatte. Schon direkt danach nahm sich die Sportsoldatin indes ein Beispiel an Hambüchen und plante sofort den nächsten Olympia-Zyklus bis Tokio 2020.

Kompliment an "Eli"

Zumindest mental, denn körperlich setzte eine immer wieder aufgeschobene Fußoperation die routinierte Athletin über Monate außer Gefecht. Die 16-malige deutsche Meisterin nutzte diese sportliche Zwangspause zu einem Praktikum beim Südwestrundfunk. Erst im Februar wurde wieder ernsthaft trainiert, die EM-Nominierung im März erfolgte daher ausdrücklich unter Vorbehalt. Aber Seitz kam rechtzeitig in Form und rechtfertigte damit auch das Vertrauen von Bundestrainerin Ulla Koch.

"Wir haben ihr das EM-Ticket nicht geschenkt. Umso größer ist jetzt mein Kompliment an 'Eli'", sagte die Teamchefin. In dieser Verfassung ist die mit gesunder Selbsthärte ausgestattete Seitz auch in den kommenden Jahren unverzichtbar.

Routine war es auch, die entscheidend dazu beitrug, in Rumänien nicht erneut mit leeren Händen dazustehen. Um einen drohenden Sturz zu verhindern, baute sie ihre Übung blitzschnell um, reduzierte die Schwierigkeit ein wenig und hatte mit dieser Taktik Erfolg. Auch wenn die selbsternannte Perfektionistin dafür Abstriche machen musste: "Eigentlich will ich immer eine optimale und schöne Übung zeigen." Doch etwas weniger als 100 Prozent reichten auch zur ersten Barren-Medaille ...

Quelle: n-tv.de, Andreas Frank, sid

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