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Bester WM-Start seit 81 Jahren DEB-Team ringt Slowenen nieder

Die deutschen Fans begrüßen ihr sensationell in die WM gestartetes Team im dritten Vorrundenspiel gegen Slowenien mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen. Doch die Tore schießt zunächst der Außenseiter, zwei sogar. Am Ende siegen trotzdem wieder die deutschen Eishockey-Cracks.

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Felix Schütz im Duell mit dem Slowenen Marcel Rodman. Mit seinem Tor zum 2:2 rettete Schütz die DEB-Auswahl in die Verlängerung.

(Foto: REUTERS)

Mit einem fulminanten Schlussspurt hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft nach einem Penaltykrimi ihre Siegesserie fortgesetzt und den besten WM-Start seit 81 Jahren hingelegt. Beim 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen Aufsteiger Slowenien fehlte zwar der Glanz der Gala-Auftritte gegen Russland und Gastgeber Slowakei. Dafür überzeugte das Team von Bundestrainer Uwe Krupp kämpferisch und drehte einen 0:2-Rückstand.

Im 100. Länderspiel von Kapitän Michael Wolf fehlte der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) lange die letzte Konzentration, hatte sie doch schon vorher als Gruppensieger die Zwischenrunde erreicht und die Maximalausbeute von sechs Punkten mitgenommen. Wolf mit seinem 36. Tor im DEB-Trikot (36.), Felix Schütz (46.) und Frank Hördler mit dem 16. Penalty sicherten dem Krupp-Team einen weiteren Eintrag in den Eishockey-Annalen: 1930 war eine deutsche Mannschaft zuletzt mit drei Siegen in eine WM gestartet, am Ende wurde sie Vizeweltmeister.

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Erfolgstrainer: DEB-Coach Uwe Krupp.

(Foto: REUTERS)

Ein Eigentor des Münchners Kevin Lavallee, das Ziga Jeglic gutgeschrieben wurde (5.), und ein Treffer von Rok Ticar (29.) hatten den Weltranglisten-19. in Führung gebracht. Ernst wird es für die DEB-Auswahl wieder am Freitag (16.15 Uhr/Sport1), wenn Finnland oder Titelverteidiger Tschechien der erste Gegner in der zweiten Runde ist. Ein Punkt könnte bereits zum Einzug ins Viertelfinale reichen. Am Samstag (16.15 Uhr/Sport1) treffen die deutschen Himmelsstürmer auf Lettland oder Dänemark.

Mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen begrüßten die etwa 200 deutschen Fans ihr Team. Dass sie Platz eins nicht mehr verlieren konnten, hatten die Spieler im Hinterkopf. Deshalb fehlte zunächst das Feuer - allen Beteuerungen zum Trotz. "Wir nehmen das Spiel nicht leicht, wir wollen weiter gutes Eishockey spielen und unsere Gewohnheiten halten", hatte Krupp erklärt.

Rückstand nach Eigentor

Der erste Rückstand bei diesem Turnier war allerdings unglücklich: Verteidiger Lavallee lenkte einen verunglückten Schuss von Ziga Jeglic ins eigene Tor. Für Dennis Endras, der nach seiner Gala beim 2:0 gegen Russland ins Tor zurückgekehrt war, war es nach 64:09 Minuten das erste Gegentor. Immerhin wirkte es als Weckruf. Als sich dann auch noch Abwehrspieler Justin Krueger mit Matej Hocevar eine Boxeinlage lieferte, waren alle wach.

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Das 1:0 für Slowenien war ein deutsches Eigentor, die Slowenen freute es trotzdem.

(Foto: dpa)

Die DEB-Auswahl fuhr Angriff auf Angriff auf das slowenische Tor, kam immer wieder zu Chancen, doch den Weg ins Netz fand der Puck nicht. Dabei setzte die deutsche Mannschaft das neue Offensivmotto eigentlich gut um. "Jeder Schuss ist ein guter Schuss", heißt es laut Kapitän Wolf, der selbst den Ausgleich auf dem Schläger hatte, jedoch zweimal an Goalie Robert Kristan scheiterte (9. und 15.). Die beste Möglichkeit im ersten Durchgang vergab Daniel Kreutzer, der knapp das Tor verfehlte (20.). So standen bei der ersten Drittelsirene zwar 15:6 Schüsse zu Buche, aber 0:1 Tore.

Viele Flüchtigkeitsfehler

Im zweiten Abschnitt häuften sich zunächst wieder die Flüchtigkeitsfehler. Den Pässen ging immer mehr die Präzision verloren. Mit einer Glanzparade gegen Ticar verhinderte Endras zunächst das 0:2 (27.). Doch zwei Minuten später war der Augsburger machtlos, als Ticar völlig unbedrängt den Puck unter die Latte setzte. AHL-Profi Marcel Müller hatte die Scheibe im Mitteldrittel leichtfertig verloren.

Erst danach wurden die deutschen Angriffe wieder druckvoller, der Puck wurde wieder öfter aufs Tor geschossen. Der Anschlusstreffer blieb dem Jubilar Wolf vorbehalten, der nach schönem Querpass des Berliners Andre Rankel traf. Die Schussfrequenz stieg, Torhüter Kristan leistete Schwerstarbeit, doch der Puck rutschte nicht noch mal über die Linie. 39:13 stand nach 40 Minuten auf dem Videowürfel, aber eben auch 1:2.

Im letzten Drittel schafften Wolf und Co. nur noch den Ausgleich, trotz 57:22 Schüssen nach Ende der regulären Spielzeit.

Quelle: n-tv.de, sid

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