"Das ist schrecklich"Horrorsturz überschattet Mailand-Sanremo

Schreckliche Bilder beim Frauenrennen des Rad-Klassikers Mailand-Sanremo: Auf einer Abfahrt kommt es zu einem Sturz, in dessen Folge zwei Fahrerinnen über die Leitplanke fliegen. Die Italienerin Debora Silvestri erwischt es möglicherweise schwerer.
Beim Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo ist das Frauen-Radrennen von einem Horror-Sturz überschattet worden. Die Italienerin Debora Silvestri stürzte etwa 20 Kilometer vor dem Ziel auf der Abfahrt der Cipressa über die Leitplanke einige Meter in die Tiefe auf den Asphalt. Silvestri stürzte dabei ungebremst auf den Rücken. Ihr Team Laboral Kutxa teilte später mit, dass sie in stabilem Zustand in der Notaufnahme behandelt worden sei. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es nähere Informationen geben.
Bei dem Vorfall waren zunächst einige Fahrerinnen, darunter Ex-Tour-Siegerin Kasia Niewiadoma-Phinney zu Fall gekommen. Mehrere Fahrerinnen fuhren auch noch in die Gestürzten rein, die hinter einer schwer einzusehenden Kurve lagen. Silvestri hatte versucht auszuweichen und war dann mit ihrem Rad über die Leitplanke gegangen. Das gleiche Schicksal teilte die Französin Margaux Vigié (Visma - Lease a Bike), die aber offenbar nicht so unglücklich aufgeprallt war und schnell wieder stehen konnte.
"Das ist schrecklich"
Silvestri dagegen blieb zunächst regungslos liegen, war ersten Berichten zufolge aber nicht bewusstlos. Die Kommentatorinnen des übertragenden Senders Eurosport schrien entsetzt auf, als Silvestri vom rechten Rand aus durchs Bild flog: "Das ist furchtbar. Das ist schrecklich anzusehen."
Auch Niewiadoma-Phinney hat es offenbar schwerer erwischt: "Ich kam in die Kurve ohne Durchsicht und Kasia lag auf dem Asphalt. Meine erste Reaktion war, dass ich ihr nicht über den Kopf fahren wollte", sagte die Mitfavoritin Kim Le Court bei Eurosport. "Ich wollte vermeiden, dass ich über die Leitplanke gehe. So bin ich gegen Kasia gefahren und auf sie gefallen." Die Polin lag zunächst länger benommen und blutend auf dem Boden, später setzte sie sich an die Leitplanke: "Ich bin zu Kasia gegangen, um zu gucken, ob sie okay ist. Sie sah nicht gut aus. Ich hoffe, dass sie okay ist", sagte Le Court. "Ich habe gefragt, ob sie okay ist. Sie hat reagiert. Aber sie hatte sich den Kopf gestoßen."
Das Rennen gewann die zweimalige Weltmeisterin Lotte Kopecky im Sprint vor der Schweizerin Noemi Rüegg. Auch im Männer-Rennen hatte es einige Stürze gegeben, die aber glimpflicher abliefen. Auch Tadej Pogacar ging zu Boden, der Weltmeister konnte aber trotzdem das Rennen gewinnen.