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In Le Mans mit offener Rechnung Der Kampf: Porsche gegen Toyota

Bis zum vergangenen Jahr kämpft beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans ein Dreigestirn um den Sieg. Nachdem Audi die Serie 2016 verlassen hat, sind nun aber nur noch Toyota und Porsche am Start. Dabei haben die Japaner noch eine Rechnung offen.

Als Titelverteidiger in der World Endurance Championship (WEC) trägt Porsche an diesem Wochenende beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans erneut die Startnummer #1 auf einem der beiden Autos. Toyota geht unterdessen mit drei Boliden an den Start. Audi hingegen beendete 2016 nach 18 Jahren sein Engagement auf der Langstrecke. Das reißt nicht nur eine Lücke in die Reihen der Rennwagen, sondern auch ins Fahrerlager. Dort, wo die Ingolstädter einst große Hospitalities oder Eventarenen hatten, sind nun schlicht und ergreifend Brachen.

"Wenn man an die Strecke kommt, ist das schon sehr seltsam. Da fehlt definitiv etwas", sagt André Lotterer, der zur Saison 2017 von Audi zu Porsche wechselte. "Wenn ich im Wagen sitze oder mit dem Team arbeite, dann spielt das keine Rolle. Aber wenn man in den Paddock kommt, ist es im ersten Moment auffällig."

Grund für den Rückzug von Audi aus der Rennserie waren die zu erwartenden Sonderbelastungen durch die Diesel-Affäre von VW. Das ist schade, denn von 1999 bis 2016 feierten die Ingolstädter 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans. Für die Rennserie am Wochenende heißt das, dass nur noch fünf reinrassige LMP1-Hybriden am Start sind.

Porsche feiert 2016 epischen Sieg

Insofern wird es dieses Jahr ein Rennen zwischen Toyota und Porsche. Im vergangenen Jahr gewannen die Zuffenhausener in einem geradezu epischen Ausmaß. In der letzten Runde blieb der Toyota von Anthony Davidson, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima, der mit über eineinhalb Minuten in Führung lag, auf der Start-Ziel-Geraden stehen: Motorschaden. Eine Runde schaffte Nakijama noch rein elektrisch, wurde aber vom voll funktionsfähigen Porsche 919 Hybrid, der mit Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb im Rennen war, gnadenlos verblasen.

Es wäre für die Japaner der erste Sieg nach 30 Jahren an der Sarthe gewesen. Oliver Jarvis, der im Audi auf Rang drei kam, brachte es auf den Punkt: "Das Rennen kann man noch 1000 Mal wiederholen, so etwas wird wohl nie wieder passieren." Doch wer Le Mans gewinnen will, braucht nicht nur ein schnelles und zuverlässiges Fahrzeug, sondern auch die besten Piloten. Und natürlich eine eingespielte Boxenmannschaft. Teamwork vor und hinter der Boxenmauer ist der Schlüssel zum Erfolg.

Die Besetzung der Wagen

In diesem Jahr sind die Cockpits der Porsche 919 Hybrid wie folgt besetzt: Die Startnummer #1 teilt sich der amtierende Langstreckenweltmeister Neel Jani mit André Lotterer und Nick Tandy. Im Schwesterauto mit der Startnummer 2 nehmen Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley Platz.

Für Toyota gehen mit der Startnummer #7 die letztjährigen Zweitplatzierten Mike Conway, Kamui Kobayashi und Stéphane Sarrazin an den Start. Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima steuern den Toyota TS050 Hybrid mit der Startnummer #8. Den dritten Rennboliden mit der Startnummer #9 teilen sich der erfahrene Nicolas Lapierre und die beiden Le-Mans-Rookies Yuji Kunimoto und José María López.

Quelle: ntv.de, hpr

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