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Keine polnische Schützenhilfe Deutsche Handballer scheiden bei WM aus

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Für Deutschland ist die WM sportlich beendet.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Das Viertelfinale war das Minimalziel der deutschen Handballer bei der WM in Ägypten. Doch daraus wird nun nichts mehr. Die beiden verbleibenden deutschen Partien gegen Brasilien sowie Polen sind sportlich bedeutungslos.

Eine Stunde vor dem Anpfiff der Partie gegen Brasilien kommt die Ernüchterung - die Handball-WM ist für Deutschland vorbei. Die beiden ausstehenden sind sportlich ohne Bedeutung. Das Turnierziel ist verpasst. Denn nach dem Sieg der Ungarn über Polen hat sich auch die letzte Chance für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason, im Turnier zu bleiben, zerschlagen. Deutschland kann nun maximal noch Gruppendritter werden. Die Spitze des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte vor dem Turnier den Einzug in die Runde der letzten Acht als Ziel ausgegeben.

"Natürlich ist es bitter, unser WM-Ziel nicht erreicht zu haben. Wir haben es uns aber selbst zuzuschreiben. In den entscheidenden Momenten waren wir schlicht noch nicht gut genug", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. "Jetzt geht es darum, sich mit zwei Siegen und erhobenen Hauptes aus dem Turnier zu verabschieden." 

Ungarn gab sich am Abend gegen Polen keine Blöße und siegte 30:26. Die erhoffte Schützenhilfe der Polen blieb somit aus. Neben Ungarn zieht auch Spanien in die nächste Runde ein. Gegen beide Mannschaften hatte das deutsche Team verloren. Mit 8:0 Punkten führen die Ungarn die Gruppe I vor Europameister Spanien (7:1), der zuvor einen 38:23 (24:12)-Pflichtsieg gegen Außenseiter Uruguay feierte, an. Beide Teams können von den Verfolgern Deutschland und Polen, die jeweils vier Minuspunkte aufweisen, nicht mehr eingeholt werden. Und nur die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für die Hauptrunde.

Viele Novizen im Team

Für Gislason ist die WM das erste Turnier als Bundestrainer. Der Isländer muss in Ägypten auf zahlreiche Leistungsträger wie die Kieler Champions-League-Sieger Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold verzichten. Stattdessen fuhren mit Moritz Preuss, Antonio Metzner und Lukas Stutzke drei DHB-Novizen mit, auch Johannes Golla, Juri Knorr, Sebastian Firnhaber, Philipp Weber, Marian Michalczik, Marcel Schiller und David Schmidt sind erstmals bei einer WM dabei.

"Wir nehmen die Erfahrungen und Erkenntnisse dieser WM mit und werden es schon im Sommer besser machen. Da bin ich mir sicher", sagte Hanning mit Blick auf Olympia. Die deutsche Mannschaft muss sich aber erst noch vom 12. bis 14. März bei einem Qualifikationsturnier in Berlin behaupten. Die Gegner sind Schweden, Slowenien und Algerien - die ersten beiden Nationen erhalten Tickets für Tokio.

Das deutsche Team tritt am Abend noch gegen Brasilien an und misst sich am Montag mit Polen - beides ohne sportliche Bedeutung für das Turnier. Zuletzt hatte Deutschland 2017 ein WM-Viertelfinale verpasst. Damals scheiterte das DHB-Team bei der Endrunde in Frankreich, die mit einem anderen Modus ausgetragen wurde, im Achtelfinale an Katar. Der bisher letzte Medaillengewinn bei einem Großereignis gelang den deutschen Handballern bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio mit Bronze.

Quelle: ntv.de, jwu/sid/dpa