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Ire feiert Sieg bei UFC-Comeback Die Wiederauferstehung des Conor McGregor

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McGregor gibt Cerrone den Rest.

(Foto: USA TODAY Sports)

Conor McGregor feiert nach über einjähriger Pause seine erfolgreiche Rückkehr ins Oktagon. Für den Iren ist es eine sportliche Wiederauferstehung in beeindruckender Manier. Für die UFC fällt der Startschuss für ein Multi-Millionen-Dollar-Geschäft.

Am Ende hatte "Mystic Mac" wieder recht behalten. Das orakelhafte Alter Ego von Käfigkämpfer Conor McGregor hatte einen K.-o.-Sieg bei seinem UFC-Comeback gegen Donald "Cowboy" Cerrone vorhergesagt - und die Vorhersage trat bereits nach 40 Sekunden ein.

"The Notorious" machte vor knapp 19.000 frenetischen Zuschauern in Las Vegas seinem Namen von Beginn an alle Ehre. Bereits der Einmarsch sorgte für Gänsehautatmosphäre. Gewohnt aggressiv ging der 31-Jährige dann auf Cerrone los, ein Schwinger ins Leere endete im Clinch mit dem US-Amerikaner. Im Klammergriff schaffte es McGregor, seinem Gegner heftige Stöße mit der Schulter zu verpassen - eine überraschende und wirkungsvolle Technik zugleich.

Der leicht benommene Cerrone ging auf Distanz und kassierte einen Highkick ans Kinn, der ihn endgültig ins Taumeln brachte. McGregor setzte nach, bis Cerrone nicht mehr aus der Deckung kam. Auf ein technisches K. o. entschied der Ringrichter. Der Cowboy war am Boden, McGregor obenauf und die Arena ins Vegas tobte.

Für McGregor war der Sieg gegen Cerrone der erste seit 2016. Kaum vorstellbar für einen MMA-Kämpfer seines Kalibers. Der Ire stand sich in den vergangenen Jahren meist selbst im Weg. Alkoholexzesse und Rechtsstreitigkeiten bremsten ihn sportlich aus.

Die neue Seite des "berüchtigten" Iren

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McGregor zollt seinem Gegner nach dem Kampf ungewohnt offenherzig Respekt.

(Foto: REUTERS)

Neben der erfolgreichen Rückkehr als Kämpfer ist McGregor nun auch als Sportler gereift. Im Vorfeld hatte er sich erstmals einem Gegner gegenüber demütig und respektvoll gezeigt. Ganz ohne Provokationen oder andere Psychotricks. Selbst in Ekstase wenige Augenblicke nach seinem Triumph hatte er seinen Kontrahenten nicht vergessen. McGregor wandte sich Cerrone zu, der blutend und benommen auf dem Boden kniete, und bekundete seinen Respekt. "Donald ist ein phänomenaler Kämpfer und ich schätze alles an ihm. Er hat meinen Respekt bis zum Ende meines Lebens", unterstrich McGregor nach dem Kampf.

Deutlich mehr vom alten und aufgestachelten McGregor dürfte es bei einem Rückkampf gegen den Russen Khabib Nurmagomedov geben. Der Champion im Leichtgewicht hatte dem 31-Jährigen seine letzte Niederlage zugefügt, nachdem der Ire im Vorfeld auf gewohnte Art provoziert hatte. Für UFC-Boss Dana White wäre das ein Kampf der Superlative. Auf der Pressekonferenz nach der Veranstaltung verglich er das mögliche Aufeinandertreffen mit Muhamed Ali gegen George Foreman.

"Ich will für ein Spektakel sorgen"

Der Kampf wäre der logische nächste Schritt und soll in jedem Fall im großen Stil stattfinden. Unklar ist dabei noch der Ort, da Nurmagomedov nach den Ausschreitungen beim letzten McGregor-Kampf kein großer Fan von Vegas mehr sei. Laut White wäre der Kampf aber auch in London oder New York vorstellbar.

Während White einen Rückkampf der beiden in Moskau aus finanziellen Gründen ausschloss, zeigte sich McGregor voller Eifer, gegen Nurmagomedov in dessen Heimatland antreten zu wollen. Dabei ginge es ihm nicht um Geld, er wolle "für ein Spektakel sorgen". Alternativ brachte er seine Heimatstadt Dublin ins Gespräch.

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Masvidal und Diaz standen sich zuletzt noch im Oktagon gegenüber. Einer von beiden dürfte nun auf Conor McGregor treffen.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Um Geld geht es aber dann doch für die UFC und auch die Kämpfer. Angesprochen auf den finanziellen Gegenwert McGregors für die UFC antwortete White: "Es gibt keine Zahl, die das beschreiben kann." Klar ist jedoch, dass die Kasse bei der Mixed-Martial-Arts-Organisation durch den Sieg weiter klingeln wird. Die Ticketeinnahmen für den Fight in Vegas beliefen sich auf über elf Millionen Dollar. Die Vermarktung über ESPN sei laut White zudem ein voller Erfolg gewesen. Der nächste Kampf von McGregor wird in jedem Fall noch größer.

Da der Ire bereits im März wieder ins Oktagon steigen will, würde das ein Aufeinandertreffen mit Nurmagomedov ausschließen, der im April seinen Titel gegen Tony Ferguson verteidigen wird. Ein möglicher Gegner wäre Nate Diaz. Er hatte McGregor die erste Niederlage in dessen UFC-Karriere zugefügt, im Rückkampf revanchierte sich der Ire. Beide Male lieferten sich die Kämpfer bereits im Vorfeld verbale Schlammschlachten. Ein drittes finales Aufeinandertreffen ließe sich von der Vermarktung somit wunderbar inszenieren.

Wahrscheinlicher ist jedoch ein Kampf gegen den hochgehandelten Jorge Masvidal. Er wäre ein Gegner, der neben mehr Geld eine größere Herausforderung für McGregor bedeuten würde. Masvidal würde für einen Fight gegen McGregor sogar auf einen Titelkampf gegen Weltergewicht-Champion Kamaru Usman verzichten. "Masvidal gegen McGregor wäre riesig. Was Conor in der letzten Zeit bewegt hat und was ich bei meinen letzten Kämpfen für Pay-per-Views erzielt habe. Ganz offensichtlich - das ist eine Erfolgsformel", sagt er. Für die UFC wird der Multiplikator in den nächsten Jahren in erster Linie McGregor heißen.

Quelle: ntv.de