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Chef empfiehlt Auszeit vom Job "Drache" Münch will Darts-Geschichte werfen

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Kevin Münch setzt nun erstmal alles auf die kleinen Pfeile - und eine Karriere als Darts-Profi.

(Foto: dpa)

Kevin Münch ist noch beseelt von seinem Sensationssieg in Runde eins der Darts-WM, träumt aber schon vom historischen Erfolg. Auf dem Weg zur Profikarriere hilft ihm ausgerechnet sein Chef, der nun auf ihn verzichten muss.

Erst ein Sensationssieg, jetzt ein Rekord? Für den Bochumer Kevin Münch geht es bei der Darts-WM in London bereits um einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Der 29-Jährige wäre der erste Deutsche, der ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft einzieht. Dafür muss er in seinem Zweitrunden-Duell gegen den Spanier Antonio Alcinas gewinnen (ab 16 Uhr im n-tv.de Liveticker).

Dabei hat Münch über die Feiertage noch nicht einmal richtig seinen Erfolg in der ersten Runde gegen den zweimaligen Weltmeister und haushohen Favoriten Adrian Lewis verarbeitet. "Ich kann es immer noch nicht glauben, es fühlt sich immer noch ein bisschen irreal an", sagte er dem "Express". "Es war einfach genial und ich freue mich, weiter in London sein zu dürfen."

Sein Sieg im Ally Pally brachte dem Mann mit dem Kampfnamen "The Dragon" viel Respekt und Sympathien. Die Fans dichteten einen Song auf seinen Namen um. "Das war cool und es wäre natürlich schön, wenn sie es nochmal machen", so Münch laut des Sport-Onlineportals Dazn. Auch die Aufmerksamkeit ist deutlich gestiegen. Die Handys seiner Freundin und Managerin sowie sein eigenes stünden nicht mehr still. Doch er müsse sich auf seinen Sport konzentrieren. "Auch während der Feiertage hing die Dartsscheibe an der Wand und ich habe etliche Minuten davor verbracht", sagte er Dazn.

"Ich glaube, dass ich es schaffen kann"

Die Konzentration auf die Darts hat für Münch derzeit Priorität. Für den Sport hat er sogar seinen Job als Landschaftsgärtner auf Eis gelegt. "Ich habe die letzten sechs Jahre einen Break gehabt und Arbeit Darts vorgezogen. In dieser Zeit habe ich kaum trainiert und viel mit meinem Talent gemacht. Das reicht aber nicht", so Münch bei Dazn. "Im November habe ich in Absprache mit meinem Chef entschieden, dass ich einen Break von der Arbeit mache, um mich auf Darts zu konzentrieren. Mein Chef hat gesagt, dass ich so viel Talent habe und das einfach mal machen soll."

Der Chef scheint recht zu behalten. Und sein nächster Gegner Alcinas ist nicht unschlagbar, das weiß auch der Bochumer. "Alcinas ist ein anderes Kaliber als Lewis. Er ist bei Weitem nicht so hoch eingestuft, aber er ist natürlich trotzdem gefährlich. Ich glaube aber, dass ich es schaffen kann", sagte er dem "Express". Auch die Statistik bestätigt Münchs Chancen: Während Alcinas einen Drei-Darts-Average von 86 Punkten spielte, lag Münch bei seinem Sieg über Lewis bei 94 Zählern.

Sollte der Sieg gelingen, trifft Münch im Achtelfinale entweder auf den Australier Simon Whitlock, der den zweiten Deutschen bei der WM, Martin Schindler, besiegte oder auf Darren Webster aus England. In jedem Fall wäre Münch auf dem besten Weg, seinen Traum zu erfüllen: Er möchte Darts-Profi werden. "Ob ich dann in zwei Jahren wieder arbeiten gehe oder bereits wieder in 15 Monaten oder sogar in zwei Monaten, wird sich zeigen." Sein Chef wird ihn heute ganz sicher trotz dieser Ungewissheit anfeuern.

Quelle: n-tv.de

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