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Sport
"Lasset die Jugend-Spiele beginnen."
"Lasset die Jugend-Spiele beginnen."(Foto: dpa)
Samstag, 14. August 2010

Verjüngungskur in Singapur: Erstes Jugend-Olympia eröffnet

Das Internationale Olympische Komitee setzt viel Hoffnung in die ersten, farbenprächtig eröffneten Jugendspiele in Singapur. IOC-Präsident Jacques Rogge ist überzeugt: das Konzept funktioniert und wird mehr junge Leute für Olympia begeistern. Diese Hoffnung lässt sich das IOC mehr als 100 Millionen Euro kosten.

Bis zum 26. August brennt das olympische Feuer in Singapur.
Bis zum 26. August brennt das olympische Feuer in Singapur.(Foto: dpa)

Ideengeber Jacques Rogge ist guter Hoffnung, dass die "kleinen" Olympischen Spiele in Singapur ganz groß rauskommen. "Ich fühle mich wie ein Vater im Kreißsaal, der auf die Geburt seines Kindes wartet", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kurz vor der Eröffnung der 1. Olympischen Jugendspiele in Singapur. Die Jugend-Spiele wurden mit einer farbenprächtigen Feier mit modernen und traditionellen Elementen aus der Taufe gehoben.

In der knapp dreistündigen Zeremonie vor 27.000 Zuschauern in der Marina Bay mit rund 5500 Darstellern wurde wie bei den traditionellen Olympischen Spielen die IOC-Fahne gehisst, die IOC-Hymne gespielt und das olympische Feuer entzündet. Die 70 deutschen Athleten wurden beim Einmarsch der Nationen von der 15-jährigen Wasserspringerin Kieu Duong als Fahnenträgerin angeführt.

Vater im Kreißsaal: IOC-Präsident Jacques Rogge.
Vater im Kreißsaal: IOC-Präsident Jacques Rogge.(Foto: dpa)

"Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Doch ich bin optimistisch und überzeugt vom Konzept", glaubt Rogge. Sein Vorschlag für das Nachwuchs-Großprojekt wurde 2007 von der IOC-Session abgesegnet, nun wird es im asiatischen Stadtstaat erstmal auf der Weltbühne präsentiert. "Wir werden Fehler machen, doch wir werden es beim nächsten Mal besser machen." Der Belgier ist davon überzeugt, dass es "der Start einer langen erfolgreichen Serie" wird. Für 2012 sind die Jugendspiele schon nach Innsbruck (Winter) und für 2014 nach Nanjing/China (Sommer) vergeben.

Zuschauerzuspruch ungewiss

Das Interesse an den Jugendspielen sei bereits beträchtlich. Fernsehanstalten aus 166 Ländern und 247 Online-Dienste sowie insgesamt rund 1500 Journalisten würden von den Medaillenkämpfen der 3600 Nachwuchssportler aus 205 Ländern berichten. "Wir haben eine gute Präsenz und ein großes Publikum", meinte Rogge. Das IOC vergab die TV-Rechte allerdings kostenlos an die Fernsehanstalten. Dies dürfte deren Interesse wesentlich gefördert haben und ist im Sinne der Olympier, die sich krampfhaft um eine stärkere Beachtung der Olympischen Spiele durch die jüngeren Generationen bemühen.

(Foto: AP)

Fraglich ist allerdings, ob auch die Einwohner Singapurs zu begeistern sind und die 3600 Athleten aus 205 Ländern zwischen 14 und 18 Jahren - darunter 70 aus Deutschland - nicht vor halbleeren Zuschauerrängen kämpfen müssen. Bei einer Online-Umfrage im Ende Juli erklärten noch 88 Prozent der Befragten: "Ich bin nicht daran interessiert."

Medaillen plus Kultur und Bildung

Neben den Medaillenkämpfen ist ein Kultur- und Bildungsprogramm wichtiger Bestandteil der Jugendspiele. "Wenn ich der Vater dieser Spiele sein soll, dann hoffe ich, dass der erzieherische Teil dieser Jugendspiele einfacher wird, als die Erziehung meiner Kinder", sagte Rogge. Er will den jungen Athleten Fähigkeiten für ihre Karriere und ihr weiteres Leben mit auf den Weg geben und Chancen eröffnen.

Den Organisatoren in Singapur, die rund 222 Millionen Euro und damit ein Vierfaches der veranschlagten Summe für die Jugendspiele aufwenden, stellte er ein gutes Zeugnis aus. "Wir sind absolut begeistert", lobte Rogge. Das IOC steuert noch einen dreistelligen Millionen-Dollar-Beitrag zum Gelingen von Nachwuchs-Olympia bei.

Aufmerksamkeit und Nachwuchs

Schließlich sind die Jugendspiele das zentrale Projekt, um die Jugend wieder mehr für Olympia zu begeistern. Bis zu den Athen-Spielen 2004 hatte das IOC ein nachlassendes Interesse der jungen Generationen festgestellt und erst seit Peking 2008 sowie Vancouver 2010 wieder eine wachsende Resonanz der Teenager registriert. "Wir haben die Spiele mit modernen Sportarten wie Snowboard im Winter oder Mountainbike im Sommer wieder attraktiver gemacht, das hat eine Menge junger Leute begeistert", erklärte Rogge: "Wir müssen aber weiter investieren, auch wenn es gut läuft."

Sportlich sind die Jugendspiele angelegt wie die "großen" Olympischen Spiele. Die Teilnehmer streiten in 201 Wettbewerben aller 26 olympischen Sportarten um Medaillen und damit auch in für Jugendliche eher uninteressanten Wettbewerben wie Ringen und Schießen. Auf diese Weise soll traditionellen olympischen Sportarten Nachwuchs zugeführt werden. Die ersten Medaillen werden am Sonntag im Triathlon vergeben.

Der Übergang von den Jugendspielen zum regulären Olympia könnte theoretisch fast nahtlos erfolgen. Die Altersgrenze bei den normalen Olympischen Spielen liegt bei 16 Jahren. Ob sich die Jung-Olympioniken bei ihren Ethik-Vorstellungen von den alten Hasen unterscheiden, wird ebenfalls kontrolliert: mit 1300 Dopingtests.

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Quelle: n-tv.de