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Bein mit 17 Operationen gerettet Fast Totgeglaubter schafft das Unmögliche

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Dass Smith wieder Football spielt, grenzt an ein Wunder.

(Foto: USA TODAY Sports)

Nach einer schweren Verletzung kämpft Alex Smith nicht nur um seine Karriere, sondern um sein Leben. 693 Tage ist das her - nun steht der Football-Quarterback erstmals wieder auf dem Feld. Dabei war lange nicht klar, ob er überhaupt wieder gehen lernen kann.

Als Alex Smith das schier Unmögliche tatsächlich vollbracht hatte, führte Töchterchen Sloan auf der Tribüne vor Freude ein kleines Tänzchen auf. Der Quarterback des Washington Football Teams kehrte vor den Augen seiner glückseligen Familie ein wenig unverhofft in die NFL zurück. Vor zwei Jahren hatte er noch um sein Leben gerungen. 17 Mal musste der 36-Jährige wegen seiner Horrorverletzung auf den OP-Tisch.

Aggressive Bakterien fraßen Fleisch und Haut seines rechten Beins, das ihm am 18. November 2018 im Spiel gegen die Houston Texans zertrümmert worden war. Die Wundentzündungen kosteten Smith beinahe das Leben. Und nun? Schaffte er 693 Tage später das "unmögliche Comeback" (Washington Post). "Wir waren an einem Punkt, an dem wir nicht sicher waren, dass er gehen und leben kann", sagte Ehefrau Elizabeth. Erstmals wieder einen Pass in der NFL zu werfen, wieder in der besten Football-Liga der Welt zu spielen, das sei für Smith "am Anfang sehr surreal" gewesen.

Es sei "fast ein Segen, dass es so schnell ging", sagte Smith. Eigentlich ist er in Washington nur die Nummer drei in der Quarterback-Hierarchie - doch Dwayne Haskins fehlte krank, Kyle Allen verletzte sich im Spiel. So kam Smith zum Zug. Dass er neun von 17 Pässen für nur 37 Yards Raumgewinn an den Mann brachte und sein Team gegen die Los Angeles Rams mit 10:30 verlor? Unwichtig. Für Smith gab es nur ein Motto: "Einfach nicht nachdenken, rausgehen und spielen".

Als hätte ein Weißer Hai angegriffen

Spielen. Daran hatte er nach der fürchterlichen Verletzung zwei Jahre zuvor lange nicht denken können. Damals verdrehte es ihm bei einem Tackle den Unterschenkel, dieser konnte dem Druck nicht standhalten. Es krachte. Röntgenaufnahmen zeigten mehrere Frakturen im Schien- und im Wadenbein, teilweise offen, Smith kam sofort auf den OP-Tisch. Erst lief alles glatt, beim Eingriff wurden drei Platten und mehr als 20 Schrauben eingesetzt, eigentlich sollte er schon zwei Tage später entlassen werden.

Die Infektion änderte alles. Nach acht Wundausscheidungen, bei denen tote Haut und Muskulatur entfernt wurde, war alles so weit wieder unter Kontrolle. Doch das Bein sah nun aus, als hätte sich ein Weißer Hai daran zu schaffen gemacht. Knochen lagen frei, aber immerhin: Alex Smith lebte.

Nach gut zwei Monaten und 13 Operationen durfte Smith nach Hause. ESPN widmete dem Nummer-eins-Pick im Draft 2005 und dem Kampf um seine Rückkehr eine Doku mit dem Titel "Project 11". Smith trägt die Rückennummer 11.

Im Sommer 2019 folgte die 17. und letzte OP. Schnell überraschte Smith danach mit seinen Fortschritten die Ärzte. Am 11. Oktober 2020 nun: das vorläufige Happy End.

Quelle: ntv.de, David Ryborz, sid