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Gummersbach erstmals abgestiegen Flensburg erneut deutscher Handball-Meister

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(Foto: imago images / nordpool)

Das Projekt Titelverteidigung gelingt: Die SG Flensburg-Handewitt wird erneut deutscher Handball-Meister. Und das mit einer sagenhaften Ausbeute von 64:4 Zählern nach 34 Spieltagen. Der THW Kiel kann aus der Ferne nur zuschauen. Und der VfL Gummersbach kann sich nicht mehr retten.

Dritter Titel für die SG Flensburg-Handewitt, Platz zwei für Rekord-Champion THW Kiel und der erste Abstieg des Handball-Dinos VfL Gummersbach: Die mit Spannung erwarteten Entscheidungen am oberen und unteren Ende der Tabelle sind am letzten Saisonspieltag endgültig gefallen. Während Titelverteidiger Flensburg vor 10.043 Zuschauern in Düsseldorf mit einem am Ende hart umkämpften 27:24 gegen den Bergischen HC im Fernduell mit Kiel seinen Zwei-Punkte-Vorsprung ins Ziel rettete, stürzte Gummersbach mit dem 25:25 bei der SG BBM Bietigheim ins Tal der Tränen.

Zum ersten Mal nach 53 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit ist das einstige Schwergewicht des deutschen Handballs nur noch zweitklassig. Begleitet wird Gummersbach im Fahrstuhl nach unten von Bietigheim, dagegen retteten sich die Eulen Ludwigshafen mit dem 31:30 durch ein Last-Minute-Tor gegen GWD Minden. Flensburg und Kiel werden den deutschen Handball in der kommenden Saison in der Champions League vertreten in der Hoffnung, beim Final Four 2020 in Köln erstmals nach vier Jahren wieder eine deutsche Mannschaft an den Start zu bringen. Der SC Magdeburg (31:24 bei FA Göppingen), die Rhein-Neckar Löwen mit Rückkehrer Uwe Gensheimer (26:28 beim SC DHfK Leipzig), die MT Melsungen (31:27 gegen den TBV Lemgo Lippe) und die Füchse Berlin (25:27 gegen HSG Wetzlar) starten im EHF-Pokal.

Lauges Abschiedsgala

Die Konstellation im Vorfeld des letzten Spieltages war klar. Kiel musste daheim gegen die TSV Hannover-Burgdorf (30:26) auf einen Flensburger Ausrutscher bei den Bergischen Löwen hoffen, um den Zwei-Punkte-Rückstand auszugleichen und aufgrund des besseren Torverhältnisses die 21. Meisterschaft feiern zu können. Doch der alte und nun auch neue Champion von der Flensburger Förde tat dem Nordrivalen diesen Gefallen nicht.

Dreh- und Angelpunkt des Flensburger Spiels war wie so oft in dieser Saison Regisseur Rasmus Lauge. Der 27-Jährige, im Januar mit Dänemark Weltmeister und von den Trainern und Managern der Bundesliga-Vereine zum Spieler der Saison gewählt, zeigte bei seiner Abschiedsvorstellung noch einmal sein ganzes beeindruckendes Repertoire. Lauge machte das Spiel, er glänzte als Anspielstation, er beschleunigte und verlangsamte das Flensburger Spiel, und wenn gar nichts ging, machte er die Tore selbst. Lauge wird Flensburg nach vier Jahren verlassen und zum Champions-League-Finalisten Telekom Veszprem wechseln.

"Chance für richtigen Neubeginn"

Auch auf Abwehrchef Tobias Karlsson muss Deutschlands nördlichster Verein künftig verzichten, der 38-jährige Schwede beendet seine Karriere und zieht sich ins Privatleben zurück. Eine schwere Aufgabe wartet also auf Erfolgstrainer Maik Machulla, der die SG im Sommer 2017 von Erfolgscoach Ljubomir Vranjes übernommen hatte und sie seither zweimal zur Meisterschaft führte.

Auch Gummersbach war Meister, zwischen 1966 und 1991 ging die Schale zwölfmal ins Bergische Land. Diese Zeiten sind längst vorbei, seit Jahren kämpft der VfL gegen die sportliche Bedeutungslosigkeit, nun ist der vorläufige Tiefpunkt erreicht. Kopfschüttelnd und fassungslos nahm Vereinsikone Heiner Brand, in seiner Eigenschaft als Sky-Experte bei der Meister-Kür der Flensburger in Düsseldorf vor Ort, den Abstieg seines VfL zur Kenntnis. Hansi Schmidt, in den Siebziger Jahren das Gesicht des VfL, sieht die Entwicklung nicht nur negativ: "Vielleicht ist das ja jetzt die Chance für einen richtigen Neubeginn."

Quelle: n-tv.de, ghö/sid

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