Ligaauftakt mit BuzzerbeaternFlensburgs EM-Dominatoren kassieren bittere Pleite

Gerade noch Europameisterschaft, nun wieder Ligaalltag. Die Handball-Bundesliga ist zurück. Viele Nationalspieler stehen sich nun wieder gegenüber. Die Gummersbacher düpieren dabei die Flensburger, Leipzig feiert ebenfalls überraschend.
Bein Restart der Handball-Bundesliga hat die SG Flensburg-Handewitt eine empfindliche Niederlage im Rennen um die Tabellenspitze kassiert. Der Liga-Zweite unterlag dem VfL Gummersbach deutlich mit 26:33 (12:16). Mit Siegen am heutigen Mittwoch könnten sowohl der TBV Lemgo-Lippe als auch die Füchse Berlin in der Tabelle vorbeiziehen.
Dabei war alles so harmonisch losgegangen. Die Gummersbacher ehrten vor Anpfiff alle am Spiel beteiligten Medaillengewinner - 13 waren es insgesamt, allein sechs Dänen der Flensburger hatten sich zu Europameistern gekürt. Neun Tage nach dem gemeinsamen Silbertriumph bei der EM standen sich im Spiel auch gleich fünf deutsche Nationalspieler gegenüber. Für alle gab es Pralinen, zudem hatte der Klub auch für die Flensburger einen Kuchen mit Fotos aller EM-Spieler darauf backen lassen. Doch auf der Platte ruhte dann die Harmonie.
Bester Werfer der Begegnung war der Isländer Ellidi Vidarsson (acht Tore), auch DHB-Spieler Miro Schluroff drückte der Partie mit sieben Treffern seinen Stempel auf. Auf Flensburger Seite zeigte sich der dänische Europameister Emil Jakobsen am treffsichersten, seine sechs Tore konnten den empfindlichen Rückschlag im Kampf um die Tabellenposition eins jedoch nicht verhindern.
Bereits in Spielminute zwölf zog Gummersbach vor heimischer Kulisse bis auf vier Tore weg, diesen Abstand konnte Flensburg in der ersten Hälfte nicht mehr verkürzen. "Wir haben nicht den richtigen Kontakt in der Abwehr und nicht das richtige Tempo im Angriff", monierte der Flensburger Lasse Möller in der Halbzeitpause beim Streamingdienst Dyn.
Doch es kam für die Mannschaft von DHB- und Vereinskapitän Johannes Golla noch schlimmer - gegen die Wurfgewalt von Schluroff und Co. konnte auch Europameister Kevin Möller im Tor wenig ausrichten. Zwischenzeitlich lag das Team ganze zehn Treffer zurück. Die Flensburger Werfer scheiterten immer wieder am starken VfL-Keeper Dominik Kuzmanovic. Der kroatische EM-Dritte kam auf insgesamt 14 Paraden. Für Flensburg war die dritte Niederlage der laufenden Serie.
Leipzig holt wichtigen Sieg
Einen deutlich spannenderen Abend erlebten dagegen Justus Fischer und Renars Uscins, mit der TSV Hannover-Burgdorf setzten sich die beiden Nationalspieler nur knapp mit 30:29 (12:11) gegen den HC Erlangen durch. Den Siegtreffer erzielte Marian Michalczik mit Ertönen der Schlusssirene.
Ebenfalls in letzter Sekunde erzielte Aufsteiger GWD Minden den Treffer zum 28:28 (13:13) gegen Frisch-Auf Göppingen. Philipp Vorlicek sicherte damit einen Punkt. Die Partie der Tabellennachbarn TVB Stuttgart und ThSV Eisenach entschieden die Schwaben mit 33:31 (17:15) für sich. Bester Werfer war wieder einmal Oldie Kai Häfner mit sieben Treffern.
EM-Silbermedaillengewinner Franz Semper hatte ebenfalls weiter Grund zu feiern. Sein SC DHfK Leipzig siegte so überraschend wie wichtig mit 35:33 (19:15) gegen den HSV Hamburg. Das Tabellenschlusslicht sammelte damit zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Bester Werfer der Leipziger war Winter-Neuzugang Dean Bombac mit zehn Treffern.