Sport
Video
Montag, 01. Januar 2018

Mitfavorit Kraft erlebt Fiasko: Freitag verliert wichtige Tournee-Meter

Der Österreicher Stefan Kraft muss alle Ambitionen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee begraben: In Garmisch verpasst er den zweiten Durchgang. Auch Top-Favorit Richard Freitag büßt erneut wichtige Meter auf Spitzenmann Kamil Stoch ein.

Richard Freitag hat den Sieg beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen knapp verpasst und weiter Boden auf Kamil Stoch verloren. Mit Versuchen auf 132,5 und 137 Meter sprang der Weltcup-Führende auf Rang zwei und schaffte damit sein zweites Podium bei dieser Vierschanzentournee. Der Sieg ging erneut an den Polen Stoch, der im zweiten Durchgang auf die Tagesbestweite von 139,5 Meter kam und seine Führung im Tournee-Klassement ausbaute. In der Gesamtführung beträgt der Vorsprung nun bereits 11,8 Punkte. "Grundsätzlich ist alles offen. Es ist immer alles drin. Jetzt haben wir einen Ruhetag, da können wir nochmal ein bisschen abschalten. Ich bin doch schon sehr happy", sagte der Deutsche.

Abgestürzter Mitfavorit: Stefan Kraft.
Abgestürzter Mitfavorit: Stefan Kraft.(Foto: AP)

Den dritten Platz belegte der Norweger Anders Fannemel. Zweitbester Deutscher wurde Karl Geiger auf Rang sieben. Stephan Leyhe komplettierte als Zehnter ein starkes Teamresultat mit drei Top-Ten-Plätzen für die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster. Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler sprangen wie schon in Oberstdorf in die erweiterte Weltspitze und belegten die Ränge 11 und 14. Auch Constantin Schmid als 24. und David Siegel als 28. sammelten Weltcup-Punkte. "Ich glaube, so kann man ins neue Jahr starten. Die Teamleistung ist einfach spitze", sagte Leyhe.

Stoch ist der erste Springer seit dem Norweger Anders Jacobsen in der Saison 2012/2013, der mit zwei Siegen in die Tournee startet. Somit muss auch Sven Hannawald um seinen Rekord zittern: Der 43-Jährige ist bislang der einzige Skispringer mit Siegen auf allen vier Schanzen während einer Tournee. Vor 21.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion stellte Freitag übrigens auch einen deutschen Rekord ein. Sieben Podestplätze in Folge waren im Weltcup zuvor nur Jens Weißflog 1983/1984 und eben Hannawald in seinem Traum-Winter 2001/2002 gelungen.

Alle Tournee-Hoffnungen begraben muss der Österreicher Stefan Kraft, der sein direktes Duell gegen Ziga Jelar verlor und nach einem Sprung auf 122,5 Meter im ersten Durchgang ausschied. "Ich bin leider ein bisschen ratlos. Das ist sehr, sehr bitter", sagte der Doppel-Weltmeister. Die Vorfreude auf die beiden Heimspringen in Innsbruck und Bischofshofen (6. Januar) ist damit gedämpft. "Ich freue mich trotzdem darauf und hoffe, dass noch einmal der Knopf aufgeht", sagte Kraft. Bester Österreicher wurde Weltcup-Rekordgewinner Gregor Schlierenzauer - auf Rang 19.

Auch der Norweger Daniel Andre Tande kann den Gesamtsieg bereits abschreiben. Zwar sprang er im zweiten Durchgang auf 139 Meter, doch verlor er nach einem schwachen ersten Versuch als 15. erneut viel Boden. Das dritte Springen findet am Donnerstag in Innsbruck statt, die Qualifikation an gleicher Stelle am Mittwoch (jeweils 14 Uhr im ZDF und bei Eurosport).

Quelle: n-tv.de