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Erfolgsbessesener Ironman-Champ Frodeno verliert nur gegen seine Kinder

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Zieleinlauf: Frodeno gewann 2019 seinen dritten Ironman auf Hawaii.

(Foto: imago images/Belga)

Jan Frodeno gewinnt im Oktober den Ironman auf Hawaii zum dritten Mal. Der dreifache Triathlon-Weltmeister nennt sich selbst "erfolgsbesessen" und erklärt, wie sich seine Motivation über die Jahre verändert - und wie ihn seine Kinder stärker machen.

Ein Grund für seine jüngsten Erfolge sind laut Jan Frodeno auch seine Kinder. "Mit Sicherheit haben sie mich stärker gemacht, weil sie mir meine Ziele nicht genommen, mir aber einen Fokus auf das Wesentliche gegeben haben", erklärte der dreimalige Ironman-Weltmeister in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der 38 Jahre alte Frodeno hat mit seiner Ehefrau Emma, die als Emma Snowsill wie Frodeno 2008 in Peking olympisches Gold im Triathlon gewonnen hatte, zwei Kinder im Alter von einem und drei Jahren. Seine Kinder hätten ihn auf jeden Fall geerdet, sagte Frodeno. "Sie haben mir relativ deutlich gemacht, dass der Sport doch nur die schönste Nebensache der Welt ist. Für mich gibt es nichts Wichtigeres als das Wohl meiner Kinder."

Es sei auch "krass zu sehen in so einem egozentrischen Dasein, das man als Sportler führt, dass das Herz doch noch wachsen kann und alles andere egal ist, sobald es einem von den beiden nicht gut geht". Er lasse die beiden auch immer gewinnen, sagte Frodeno mit einem Lächeln: Sein Ehrgeiz beschränke sich fast nur noch auf den Wettkampf. Dabei sei er früher gar kein "Kindertyp" gewesen.

Besessenheit als Überlebensinstinkt

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"Die Grundmotivation ist eine andere", sagt Frodeno nach vielen Erfolgen heute.

(Foto: imago images/Beautiful Sports)

Vor gut einem Monat hatte der gebürtige Rheinländer, der Wohnsitze im spanischen Girona und im australischen Noosa hat, zum dritten Mal die Weltmeisterschaft auf Hawaii über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen gewonnen. Er stellte dabei auch einen Streckenrekord auf, nachdem Frodeno im Vorjahr verletzt gefehlt hatte und 2017 durch eine Verletzung im Rennen chancenlos gewesen war.

Über die Jahre hätte sich seine Motivation verändert, sagte Frodeno. "Die Grundmotivation ist eine andere. Damals wollte ich diesen Erfolg der Anerkennung halber so sehr." Er habe die Momente im Rampenlicht sehr genossen, aber jetzt treibe ihn "etwas Inneres, Tieferes" an: "Diese Suche nach diesem perfekten Rennen, der eigenen Verbesserung und dem, was geht." Bei allen Weltklassesportler erkenne der Ironman-Sieger eine bestimmte Besessenheit, der in ganz besonderen Situationen entstehe. "Ein gewisser Notstand ruft diesen Überlebensinstinkt in uns hervor. Wenn man den kanalisieren kann, kann man sehr weit kommen."

Quelle: ntv.de, dbe/dpa