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Ausgeschlafen nach Innsbruck Geiger lädt Batterien für Vierschanzen-Coup

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Karl Geiger fliegt zum zweiten Mal auf Platz zwei - er ist derzeit konstant gut.

(Foto: imago images/Oryk HAIST)

Mit zwei zweiten Plätzen bei den bisherigen zwei Springen der Vierschanzentournee liegt Karl Geiger überaus gut im Rennen um den Gesamtsieg. Der 26-Jährige aber will das am liebsten verdrängen. Außerdem ist der Überflieger der Vorsaison, Ryoyu Kobayashi, auch derzeit der Führende.

Karl Geiger lässt sich nicht aus der Reserve locken: Auf Kampfansagen wartet man beim 26-jährigen Skispringer auch nach seiner zweiten Vierschanzentournee-Flugshow binnen vier Tagen vergeblich. Im Gegenteil: Der erste Verfolger des Führenden Ryoyu Kobayashi hat sich für eine Art Verdrängungsstrategie entschieden. Er versuche das nicht zu verstehen, sagte der Oberstdorfer auf die Frage, ob er um seine Chance wisse, der erste Tourneesieger seit Sven Hannawald 2002 werden zu können. "Das ist die erste Chance, dass man sich ablenken lässt. Ich bleibe bei mir." Bevor es am Freitag mit der Qualifikation am Bergisel in Innsbruck weitergeht, freut sich Geiger auf den zweiten Ruhetag. "Ich werde erstmal gemütlich ausschlafen und dann schauen wir, dass wir die Batterien wieder aufladen, damit wir für Innsbruck wieder bereit sind."

Vierschanzentournee 2019/20

Oberstdorf

29. Dezember: Auftaktspringen - Sieger: Ryoyu Kobayashi (Japan)

Garmisch-Partenkirchen

1. Januar: Neujahrsspringen - Sieger: Marius Lindvik (Norwegen)

Innsbruck

3. Januar: Qualifikation (14 Uhr)

4. Januar: Bergiselspringen (14 Uhr)

Bischofshofen

5. Januar: Qualifikation (16.30 Uhr)

6. Januar: Dreikönigsspringen (17.15 Uhr)

Durch seinen furiosen Auftritt beim Neujahrsspringen blieb Geiger in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz vor und liegt nun nur noch 3,5 Meter hinter Überflieger und Vorjahrestriumphator Kobayashi aus Japan. Der hat es in Garmisch-Partenkirchen verpasst, sich den alleinigen Rekord von sechs Tournee-Tagessiegen in Serie zu sichern. Doch selbst nach Platz vier an Neujahr bleibt Japans Gesamtweltcup-Sieger der große Favorit auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Im Vorjahr hatte Kobayashi die Konkurrenz am Bergisel deutlich hinter sich gelassen.

Österreichische Herrlichkeit ist passé

Geiger kann allerdings nicht nur nach vorn schauen, sondern ihm ist der Pole Dawid Kubacki dicht auf den Fersen. Der Einzel-Weltmeister von Seefeld ist bisher der Überraschungsmann bei der Tournee. Mit Rang drei bei beiden Springen hat er seine Ambitionen auf den Gesamtsieg untermauert.

Wenn es nun nach Innsbruck geht, wird die Aufmerksamkeit auf die Österreicher gerichtet sein. So lange ist das noch gar nicht her mit der österreichischen Herrlichkeit. Von 2009 bis 2015 sorgten sechs verschiedene ÖSV-Adler für sieben Tournee-Titel in Folge. Seither wartet die Alpenrepublik vergeblich und daran wird sich diesen Winter auch nichts ändern: Kraft liegt auf Rang fünf der Gesamtwertung schon zu weit zurück. In Oberstdorf mit Platz vier aussichtsreich gestartet, belegte er in Garmisch nur den 13. Rang. Krafts Rückstand auf Kobayashi beträgt umgerechnet schon knapp 20 Meter. Auch die inzwischen 13 Tourneespringen ohne Sieg bedeuten für Österreich die längste Durststrecke seit 15 Jahren.

"Das ist nur eine Schanze"

Auf der ersten Österreich-Station der Tournee platzten in der Vergangenheit auch schon häufiger die deutschen Tournee-Hoffnungen. Geiger hat davor aber keine Angst. "Wir haben uns bei der WM schonmal revanchiert für Innsbruck", sagte er mit Bezug auf seine Silbermedaille und den Triumph mit der Mannschaft bei den Weltmeisterschaften 2019. "Das ist nur eine Schanze. Lassen wir sie mal Schanze sein."

2019 war auch das Jahr von Markus Eisenbichler. Doch für den Dreifach-Weltmeister lief vor der Tournee nichts zusammen, die Plätze 50, 23, 31, 36, 15, 23 und 41 ließen Böses befürchten. Doch rechtzeitig zur Tournee ist der Bayer wieder da. Platz sechs der Gesamtwertung zeigt, dass Eisenbichler noch immer zur Weltspitze gehört. Und schon bald wieder auf dem Podest stehen dürfte.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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