Sport

Reaktionen zum Tod Mittermaiers "Gold-Rosi" hatte "ein Herz so groß wie ein Bus"

Mit Rosi Mittermaier verliert der deutsche Sport eine große Persönlichkeit. Die Erfolge der Skirennläuferin sprechen für sich, doch gewürdigt wird Mittermaier vor allem für ihre Menschlichkeit. Ein Doppel-Olympiasieger sagt, "so einen Menschen findet man nicht wieder".

Mit ihren Siegen bei den Olympischen Spielen 1976 verzauberte "Gold-Rosi" ganz Wintersport-Deutschland. Damals in Innsbruck sorgte Rosi Mittermaier für eines der größten Feste in der Geschichte des deutschen Alpin-Sports. Am Mittwoch starb die ehemalige Skirennfahrerin im Alter von 72 Jahren, wie ihre Familie nun mitteilte. Die Mutter von Ski-Star Felix Neureuther sei nach schwerer Krankheit im Kreise der Familie friedlich eingeschlafen.

Trotz ihrer großen sportlichen Erfolge wollte sich "Gold-Rosi" nie nur auf die Leistungssportlerin reduzieren lassen. Deutschlands Sportlerin des Jahres 1976 schloss nach ihrem Karriereende zahlreiche Sponsorenverträge ab und baute sich eine eigene Existenz auf. Mittermaier engagierte sich für gesellschaftliche Zwecke, war Schirmherrin der Kinder-Rheuma-Stiftung und wurde 1997 nationale Botschaftern für Sport, Toleranz und Fair Play, 2005 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der deutsche Sport würdigt in ersten Reaktionen auf den Tod der über viele Jahrzehnte hochgeschätzten Sportlerin vor allem ihre menschlichen Verdienste abseits der Pisten der Welt.

Markus Wasmeier (Doppel-Olympiasieger von 1994): "Wir haben einen fantastischen Menschen verloren. Rosi hatte ein Herz so groß wie ein Bus, sie war immer für jeden da - das war einzigartig. So einen Menschen findet man nicht wieder, sie hinterlässt eine riesige Lücke."

Thomas Bach (Präsident des Internationalen Olympischen Komitees): "Rosi Mittermaier war eine äußerst sympathische und glaubwürdige Botschafterin des Sports, die stets offen und bescheiden auf die Menschen zugegangen ist. Mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Lachen hat sie uns alle inspiriert. Deshalb wird sie nicht nur wegen ihrer zwei olympischen Goldmedaillen immer als "Gold-Rosi" in unserer Erinnerung bleiben. Persönlich war es mir seit unserem Kennenlernen 1976 immer eine große Freude, ihre Warmherzigkeit und ihre natürliche Hinwendung zum Sport miterleben zu dürfen. Deshalb habe ich die Zusammenarbeit mit ihr als persönliches Gründungsmitglied des DOSB ganz besonders geschätzt. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie, die ihr Ein und Alles gewesen ist und der mein tief empfundenes Beileid gilt"

Rosi Mittermaier ist im Alter von 72 Jahren gestorben.

Rosi Mittermaier ist im Alter von 72 Jahren gestorben.

(Foto: Angelika Warmuth/dpa)

Herbert Hainer (Präsident des FC Bayern München): "Rosi Mittermaier war eine der größten deutschen Sportlerinnen und eine einzigartige bayerische Sympathieträgerin. Sie hat die Menschen bewegt und begeistert, ich selbst durfte das unter anderem 1976 bei ihrem zweiten Olympia-Gold beim Slalom von Innsbruck an der Skipiste miterleben. Der FC Bayern trauert an der Seite ihrer Familie und Angehörigen."

Franz Steinle (Präsident des Deutschen Skiverbandes): "Mit Rosi Mittermaier verliert die Skifamilie eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die über den Sport hinaus zu Recht große Popularität genoss. Rosi Mittermaier war freundlich und bescheiden, immer hilfsbereit, für jede gute Sache zu haben - ungeachtet der Funktion, in der sie unterstützen konnte. Sie war eine Seele von Mensch. Der Sport hat ihr Werte wie Freundschaft und Fairness vermittelt, und diese Werte hielt sie ihr Leben lang hoch. Wir trauern um ein großes Vorbild und sind in diesen schweren Stunden mit unserem Mitgefühl und unseren Gedanken bei ihrer Familie."

Die Deutsche Sporthilfe hat Rosi Mittermaier als eine Athletin gewürdigt, die "die Herzen der Menschen" über Deutschland hinaus erobert hat. "Mit Rosi Mittermaier verliert der deutsche Sport eine der herausragendsten Sportpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts", sagte der Sporthilfe-Vorsitzende Thomas Berlemann am Donnerstag laut einer Mitteilung. "Der Sport braucht Vorbilder, wie Rosi Mittermaier eines gewesen ist und auch für die nachfolgenden Generationen weiterhin sein wird." Mittermaier ist von der Sporthilfe mit der "Goldenen Sportpyramide" geehrt worden. 2006 gehörte sie zudem zu den ersten Athleten, die in die "Hall of Fame des deutschen Sports" aufgenommen wurden.

Thomas Weikert (DOSB-Präsident): "Das ist eine sehr traurige Nachricht. Danke liebe Rosi Mittermaier für die Begeisterung, die du bei so vielen Menschen ausgelöst hast und für dein Engagement weit über den Sport hinaus! Die Goldmedaillen waren eine der prägendsten Erinnerungen an den Wintersport in meiner Jugend."

Markus Söder (Bayerischer Ministerpräsident): "Rosi Mittermaier war eine Botschafterin unseres Landes in der Welt" und ein Musterbeispiel dafür, "wie man trotz atemberaubender Erfolge bodenständig und zugänglich bleiben kann. Sie stand in vorbildlicher Weise für die Liebe zur Heimat, Sportsgeist, Toleranz und Fair Play. In Gedanken sind wir bei ihrer Familie. Bayern wird ihr immer ein ehrendes Andenken bewahren."

Ilse Aigner (Präsidentin des Bayerischen Landtags): "Rosi Mittermaier war eine Ausnahmeskirennfahrerin. Auch nach ihrer Skikarriere war sie eine Ausnahmepersönlichkeit und Sympathieträgerin - immer aktiv, immer engagiert, sportlich wie gesellschaftlich."

Steffen Seibert (ehemaliger Regierungssprecher unter Kanzlerin Angela Merkel): "Eine der größten Sportheldinnen, die wir je hatten - und ein wunderbarer, strahlender Mensch."

Der DSV teilte auf RTL/ntv-Anfrage mit, dass die deutschen Alpin-Sportler an diesem Donnerstag beim Weltcup in Kroatien mit Trauerflor fahren werden.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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