Sport

Umstrittener Pechstein-Freund Große zum Eisschnelllauf-Präsident gewählt

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Matthias Große vertritt Deutschlands Eisschnellläufer nun als gewählter Präsident.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Matthias Große führt die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft seit Monaten kommisarisch, nun ist der Lebensgefährte von Spitzenathletin Claudia Pechstein auch gewählter Präsident. Der Funktionär startete bereits mit rigorosen Maßnahmen in sein Amt.

Claudia Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große ist mit großer Mehrheit zum Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft gewählt worden. Bei der Mitgliederversammlung der DESG in Frankfurt am Main erhielt der 52 Jahre alte Immobilien-Unternehmer aus Berlin 80,45 Prozent der Stimmen. Von 87 abgegebenen Stimmen votierten 70 für Große, fünf Delegierte aus Vereinen und Landesverbänden stimmten gegen ihn, zwölf enthielten sich ihrer Stimme.

"Es war eine Abstimmung nicht nur über eine Person, sondern über den neuen Weg der DESG", sagte Große nach seiner Wahl: "Es gilt jetzt, die Arbeit aufzunehmen, sich nicht feiern zu lassen und dafür zu sorgen, dass der Verband zu alter Stärke findet." Vor der Wahl hatte Alfons Hörmann als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes für einen Neuanfang im finanziell angeschlagenen Eisschnelllauf-Verband geworben. Die einstmalige DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen war im vergangenen November zurückgetreten.

Nach Monaten der Führungslosigkeit fungierte Große seit drei Monaten bereits als kommissarischer Präsident und hatte mit rigorosen Maßnahmen für Aufsehen gesorgt. Er sorgte für die Trennung von Bundestrainer Erik Bouwman und Sportdirektor Matthias Kulik und investierte nach eigenen Angaben 250.000 Euro zur Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten in die Infrastruktur des Verbandes.

Erstmal seit Monaten der Ungewissheit hat der Verband auch wieder einen Hauptsponsor. Das wohnwirtschaftliche Unternehmen B&O-Gruppe aus Bad Aibling erklärte sich nach der Wahl von Große bereit, ihr Engagement im Verband bis zum Jahr 2026 auszudehnen.

Sylvia Schenk, Sportexpertin von Transparency Deutschland, hatte zuletzt kritisiert, dass Große für den Fall seiner Wahl viel Geld versprochen hatte. "Wer wie Matthias Große im "Spiegel"-Interview den Eindruck erweckt, ein deutscher Sportverband sei käuflich und man müsse nur genug Leuten Pöstchen geben, damit ihn alle wählen, untergräbt die demokratische Struktur im deutschen Sport", sagte Schenk.

Quelle: ntv.de, ter/dpa