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Prinz Ali als neuer Fifa-Boss? Hacker verkünden Rückzug von Sepp Blatter

Hacker greifen Twitter-Profile des Fußball-Weltverbands Fifa an. Auf dem Account von Präsident Blatter verkünden sie dessen Rückzug - wegen Korruption. Als Nachfolger präsentieren sie einen jordanischen Prinzen. Hinter dem üblen Scherz steckt wohl eine Gruppe aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

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Ins Visier von Hackern geraten ist Fifa-Boss Blatter.

(Foto: REUTERS)

"Es wurde beschlossen, dass Präsident Sepp Blatter wegen  Korruptionsvorwürfen zurücktreten muss." Dieser Satz stand auf einem offiziellen Profil des Fußball-Weltverbandes Fifa bei Twitter. Doch nicht etwa die Fifa-Offiziellen zwitscherten diese Nachricht heraus in die Welt - nein, Hacker hatten das Benutzerkonto gekapert. Erst nach einer guten Stunde reagierte die "wahre" FIFA  und meldete den Hacker-Angriff bei Twitter.

Auch der Account von Blatter selbst wurde geknackt. Die Angreifer bezeichneten dort im Namen von Blatter Jordanien als "exzellenter Gastgeber für die WM 2030" und Prinz Ali Bin Al-Hussein als möglicher Nachfolger für das Amt des Fifa-Präsidenten. Außerdem posteten die Hacker ein Bild, das Blatter bei der Vergabe der WM 2022 an Katar mit Emir Hamad bin Chalifa Al Thani zeigt mit dem Kommentar: "Was soll's, wenn ich das Geld des  Katar-Prinzen angenommen habe? Ich bin der Brotverdiener der Familie." Die Vergabe der WM in den Wüstenstaat war heftig kritisiert worden.

Die falschen Botschaften auf Twitter wurden ersten Informationen zufolge von Hackern, die sich "Syrian Electronic Army" nennen, verbreitet. Dies ist eine syrische Gruppe von Anhängern des umstrittenen Staatspräsidenten Baschar al-Assad. Sie fiel bereits mehrmals durch Hacking-Aktionen im Netz auf.  Unter anderem manipulierte die Gruppe die Seite der Arabischen Liga,  zudem soll sie gezielt die Accounts Oppositioneller auf Facebook und Youtube angreifen. In Syrien tobt seit langer Zeit ein Bürgerkrieg mit Tausenden Toten.

Quelle: ntv.de, jtw/sid/dpa