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Erster Titel seit 17 Jahren drin Hockey-Männer drehen WM-Krimi mit furioser Aufholjagd

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Das Team stürmt nach dem Sieg auf ihren Torhüter zu.

(Foto: dpa)

Erstmals seit 2010 steht die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Männer in einem WM-Halbfinale. Der Weg dorthin ist "verrückt". Denn das Team liegt gegen England irre lange hinten, ehe ein Brüderpaar das Penaltyschießen sichert. Dort ist Torhüter Danneberg der Matchwinner.

Überglücklich stürmten die deutschen Hockey-Nationalspieler nach dem Viertelfinal-Krimi auf ihren Matchwinner Jean-Paul Danneberg zu und umarmten ihren Torhüter. Der 21-Jährige krönte mit einer starken Parade im Penaltyschießen gegen England die furiose Aufholjagd. Mit einem 4:3-Erfolg im Shootout zog das Team von Bundestrainer Andre Henning ins Halbfinale ein und kann weiter vom ersten WM-Titel seit 17 Jahren träumen.

"Es war verrückt", sagte Danneberg, der insgesamt zwei Treffer im Penaltyschießen verhinderte, im Interview mit der FIH: "Man kann ein Shootout nicht richtig trainieren, es ist jedes Mal anders." Erstmals seit 2010 steht Deutschland wieder im Halbfinale, wo der zweimalige Weltmeister am Freitag auf den Weltranglistenersten Australien (12 Uhr/DAZN) trifft.

Nach regulärer Spielzeit hatte es 2:2 (0:1) gestanden. Kapitän Mats Grambusch (57.) und dessen drei Jahre jüngerer Bruder Tom per Siebenmeter (58.) retteten die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) mit ihren Treffern in der Schlussphase in das Penaltyschießen. Zuvor hatten Zachary Wallace (11.) und Liam Ansell nach einer Strafecke (32.) im indischen Bhubaneswar für die englische Nationalmannschaft getroffen.

"Ich bin stolz"

Im Shootout waren schließlich Niklas Wellen, Hannes Müller, Thies Prinz und Christopher Rühr für das DHB-Team erfolgreich, das zuletzt 2006 den WM-Titel gewann. "Ich bin stolz darauf, was für eine grandiose Mentalität dieses Team entwickelt hat", sagte Henning: "Kurz vor Schluss 0:2 hinten, dann noch einen Siebenmeter an die Latte geknallt - da hat kein Mensch mehr an uns geglaubt. Wir aber schon." Die Mannschaft habe "unter Druck ihr bestes Hockey gespielt".

Beide Mannschaften starteten verhalten in die Partie, Moritz Trompertz sorgte für den ersten gefährlichen Abschluss auf deutscher Seite, verfehlte das Tor jedoch knapp. Wenig später nahm Stuart Rushmere den Ball auf, ließ im Kreis gleich mehrere Gegenspieler stehen, und Wallace traf aus kurzer Distanz.

Im zweiten Viertel kam Deutschland zwar zunächst etwas besser ins Spiel, konnte aber auch die beiden Strafecken nicht nutzen. Nach der Pause erhöhte Ansell für England. Im Anschluss gelang es dem DHB-Team kaum, in den gegnerischen Kreis vorzudringen. Rühr scheiterte zudem beim Siebenmeter und traf die Querlatte.

Nach Vorlage von Trompertz fügte Grambusch den Engländern jedoch den ersten Gegentreffer des Turniers zu, sein Bruder Tom sorgte per Siebenmeter für den Ausgleich.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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