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Chinesische Turnerin zu jung IOC erkennt Olympia-Bronze ab

Zehn Jahre nach den Olympischen Spielen in Sydney ändert das IOC die Ergebnislisten. Die von den chinesischen Turnern gewonnene Team-Bronzemedaille wird nachträglich den USA zugesprochen, weil die Chinesin Dong Fangxiao gar nicht an den Spielen hätte teilnehmen dürfen. Ihr Alter war gefälscht worden.

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Dong Fangxiao (r.) war bei den Spielen 2000 in Sydney erst 14 Jahre alt und damit zu jung, um teilnehmen zu dürfen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

China muss die 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney gewonnene Bronzemedaille des Frauen-Turn-Teams zurückgeben. Das entschied die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees IOC in Dubai. Das IOC reagierte damit auf die nachgewiesene Manipulation des Alters von Turnerin Dong Fangxiao, die zum Zeitpunkt der Spiele in Sydney 14 Jahre alt war, von den Chinesen aber mit einem Alter von 17 Jahren ausgewiesen worden war. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre.

"Das IOC ist in seiner Entscheidung der Empfehlung des Weltverbandes FIG gefolgt", erklärte IOC-Sprecher Mark Adams. Die Bronzemedaille erhält nachträglich das Team der USA. Wann die Übergabe der Plaketten erfolgt, ist laut Adams noch unklar.

Nach den olympischen Spielen 2008 in Peking hatte es ebenfalls Vorwürfe gegen Gastgeber China gegeben, das Alter der zweifachen Goldmedaillengewinnerin He Kexin gefälscht zu haben. Der amerikanische Blogger Mike Walker hatte zwei Dokumente veröffentlicht, die belegen, dass He am 1. Januar 1994 geboren wurde. In ihrem Pass ist hingegen der 1. Januar 1992 als Geburtstag angegeben, womit He das Mindestalter zur Teilnahme an den Heim-Spielen erfüllte.

Trotz der Beweislast sahen sich das IOC und der Welt-Turnverband bislang außer Stande, Maßnahmen zu ergreifen. Die Bearbeitungszeit im Fall Dong Fangxiao macht wenig Hoffnung auf eine rasche Klärung.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa