Sport

Skispringer Tande ist zurück Im März im Koma, im Dezember im siebten Himmel

267830977.jpg

Tande feiert eine ganz erstaunliches Comeback.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Vor nicht einmal neun Monaten ringt Daniel Andre Tande mit dem Tod. Nach einem Horror-Sturz liegt er tagelang im Koma. Für den ehemaligen Skiflug-Weltmeister sieht es nicht gut aus. Am Ende treibt ihn die Liebe zum Sport zurück auf die Schanze und in Klingenthal erstmals wieder aufs Podium.

Daniel Andre Tande hielt den aus Holz geschnitzten Skispringer mit der silbernen "2" stolz in die Kamera. Die handgemachte Trophäe aus Klingenthal werde einen Ehrenplatz erhalten, versprach der Norweger sichtlich bewegt. "Von dem Moment an, als ich aus dem Koma erwacht bin, habe ich immer daran geglaubt", sagte Tande nach seiner emotionalen Rückkehr in die Skisprung-Elite der Zeitung "VG".

Keine neun Monate liegt Tandes Horror-Sturz in Planica zurück. Damals musste er per Intubation mechanisch beatmet werden, lag tagelang im Koma. Er zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu, die Ärzte stellten vier Hirnblutungen bei ihm fest. Kurzum: Es sah nicht gut aus für den ehemaligen Skiflug-Weltmeister. Er kämpfte nicht um Top-Platzierungen, sondern ums Überleben. Natürlich war die Fortsetzung seiner Karriere fraglich, doch der 27-Jährige kämpfte sich Schritt für Schritt zurück. Und wie.

"Momente wie dieser sind der Grund dafür, dass ich noch dabei bin. Dass mir so schnell der Sprung zurück an die Spitze gelungen ist, ist wirklich schwer zu beschreiben", sagte Tande. In Klingenthal musste er sich einzig dem ehemaligen Vierschanzentournee-Sieger Ryoyu Kobayashi aus Japan geschlagen geben, um ein Haar hätte es sogar zum ersten Sieg seit November 2019 gereicht.

Auch Alexander Stöckl konnte das Comeback kaum fassen. "Vor einem halben Jahr war bei ihm von Skispringen noch keine Rede", sagte der Österreicher bei "VG": "Da ging es nur darum, dass Daniel wieder gesund wurde. Aber als er anfing zu springen, sahen wir seine Liebe zu diesem Sport. Dieser zweite Platz ist sehr verdient."

Dabei ist Tande noch immer nicht schmerzfrei. Ab und an spürt er noch die über seinem Schlüsselbein eingesetzte Titanplatte. Doch Momente wie am Sonntag verdrängen alle Schmerzen. "Der letzte Sprung war wunderbar, der ging richtig weit. Das ist eine der größten Erinnerungen, die ich von einer Schanze mitnehme", sagte Tande - und packte den hölzernen Skispringer unter den Arm.

Quelle: ntv.de, sue/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen