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Kanadas 28 Jahre langes Warten Individuelle Ehre allein erfüllt Draisaitl nicht

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"Wir kommen in unsere Prime Time", sagt Leon Draisaitl.

(Foto: imago images/Icon SMI)

Wayne Gretzky ist schon lange Eishockey-Rentner - aber noch immer der letzte Profi, der die Edmonton Oilers zum Titel in der NHL geführt hat. Das will nun auch Leon Draisaitl schaffen. Denn individuelle Auszeichnungen allein erfüllen den 25-Jährigen nicht.

Scorerkönig, bester Spieler, deutscher Rekordhalter - Leon Draisaitl hat in der NHL schon viele persönliche Meilensteine erreicht, doch der wichtigste fehlt noch. "Den Stanley Cup zu gewinnen - das ist mein größter Traum", sagt der Eishockey-Superstar, der mit den Edmonton Oilers mit Verspätung in die Playoffs startet.

Weil die längst ausgeschiedenen Vancouver Canucks nach ihrem Corona-Ausbruch noch ihre letzten Spiele bestreiten mussten, beginnt die K.-o.-Runde für Deutschlands Sportler des Jahres und seinen Nationalmannschaftskollegen Dominik Kahun erst in der Nacht zu Donnerstag mit dem ersten Achtelfinale bei den Winnipeg Jets.

Später als für die meisten anderen Klubs, aber dennoch zum richtigen Zeitpunkt, glaubt Draisaitl. Denn die Zeit ist reif, nicht nur, weil das Eishockey-Mutterland Kanada seit 28 Jahren auf den Stanley Cup wartet - die Oilers, die einst mit Wayne Gretzky die NHL beherrschten, sogar seit 1990. Sondern auch, weil sich der 25-Jährige und sein kongenialer kanadischer Sturmpartner Connor McDavid (24) bereit für den großen Wurf fühlen. "Wir kommen jetzt alle in ein Alter, in dem es Zeit wird, was zu gewinnen", sagte Draisaitl, "ein bisschen Alarm zu machen in den Playoffs. Wir kommen in unsere Prime Time."

Kanadische Teams auf Sonderweg

Auch wenn der Kölner Edmonton "wahrscheinlich nicht" als Favorit sieht, rechnet er sich "gute Chancen" aus. "Wenn wir unser Spiel 60 Minuten konstant durchziehen, sind wir schwer zu schlagen", meinte Draisaitl, der es nach seiner MVP-Saison als Scorerkönig im vergangenen Jahr in dieser Spielzeit erneut auf herausragende 31 Tore und 53 Vorlagen in nur 56 Partien brachte und lediglich von McDavid übertroffen wurde.

Sollten sich die Oilers gegen Winnipeg durchsetzen, bekämen sie es im Viertelfinale mit den Toronto Maple Leafs oder dem Rekordmeister Montreal Canadiens, der 1993 den letzten NHL-Titel für Kanada holte, zu tun. Danach begänne eine Reise ins Ungewisse. "Wir haben kein einziges Spiel gegen drei Viertel der Liga gemacht", betonte Draisaitl.

Wegen der Corona-Pandemie spielten die kanadischen Klubs in der Hauptrunde nur untereinander - anders als die US-Teams auch durchgängig vor leeren Rängen. Die Klubs aus den anderen drei Divisionen hat Draisaitl nur am Fernseher verfolgt: "Wir haben überhaupt keine Ahnung, was auf uns zukommt."

Trotz ihres überragenden Duos McDavid/Draisaitl ist Edmonton chronisch erfolglos, wenn es um den Titel geht. Nur einmal in den vergangenen 15 Jahren erreichten die Oilers die Playoffs, 2017 war im Viertelfinale Schluss. Auch jetzt werden sie nicht genannt, wenn es um die Favoriten geht. Was Draisaitls Ehrgeiz sicher nicht mindert.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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