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Auftakt beim America's Cup Italiener widerlegen die Segel-Experten

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Trotz schwacher Winde hoben sich die Segel-Maschinen bereits zum Auftakt aus dem Wasser.

(Foto: dpa)

Erst drei Mal hat ein europäisches Team in der 170-jährigen Geschichte des America's Cup die legendäre Silbertrophäe gewonnen. Viele Experten sehen in diesem Jahr erneut Titelverteidiger Neuseeland souverän vorn. In den ersten beiden Rennen gelingt es Italien, zumindest ein Ausrufezeichen zu setzen.

Nach drei Jahren Vorbereitung hat das 36. Match um den America's Cup begonnen. Vor der neuseeländischen Küste duellieren sich Cup-Verteidiger Team New Zealand mit der "Te Rehutai" und das "Luna Rossa"-Team. Die Italiener jagen die prestigeträchtigste Segeltrophäe der Welt im sechsten Anlauf, kämpfen um den erst dritten europäischen Sieg in der 170-jährigen Cup-Geschichte. Gewonnen hat, wer zuerst sieben Siegpunkte verbuchen kann.

Die Bilanz zwischen Kiwis und Europäern ist mit 1:1 ausgeglichen. Den ersten Siegpunkt sicherte sich nach souveränem Start und kontrolliertem Rennen vor Auckland das favorisierte Emirates Team New Zealand mit Steuermann Peter Burling und 31 Sekunden Vorsprung. Im zweiten Rennen konnten die Azzurri das Blatt mit dem besseren Start wenden. Zwar kamen die Neuseeländer in der Endphase stark auf, doch "Luna Rossa" erreichte die Ziellinie sieben Sekunden eher.

Starts machen Sieger

"Wir sind glücklich mit unserem Start", hatte Burling nach Durchgang eins gesagt. Zum zweiten Rennen räumte der 30-jährige Neuseeländer ein: "Da sahen wir im Start ein bisschen rostig aus." Anders herum erging es den Co-Steuermännern Jimmy Spithill (Sydney) und Francesco Bruni (Palermo) auf "Luna Rossa". "Wir hatten die Möglichkeit zu einem großartigen Start, haben den aber nicht sehr gut ausgeführt", sagte Bruni. Nach dem Sieg in Rennen zwei freute sich der zweimalige Cup-Gewinner Spithill: "Es ist großartig, wettbewerbsfähig zu sein."

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Italien (l.) gewinnt das zweite Rennen.

(Foto: dpa)

Die Annahme vieler Experten, die Neuseeländer könnten die Serie mit schnellerem Boot dominieren, hat sich in Winden um zehn bis zwölf Knoten zunächst nicht bestätigt. Dafür die Erkenntnis, dass die Starts die Ergebnisse bestimmen. "Die Boote sind dichter zusammen als ich dachte", sagte Italiens deutscher Co-Designkoordinator Martin Fischer. Das Finale wird am 12. März ab 4.15 Uhr deutscher Zeit mit den Rennen 3 und 4 fortgesetzt. Sieger ist das Team, das zuerst sieben Siege erreicht.

Fischer hatte vor dem ersten Startschuss die Chancen auf halbe-halbe taxiert. "Es ist kein Geheimnis, dass ich unsere Stärken besonders in leichten Winden sehe. Bei mehr Wind sehe ich Team New Zealand vorne", sagte der in Celle geborene deutsche Physiker.

Budgets jenseits der 100-Millionen-Grenze

Das Duell um die älteste Silberkanne des internationalen Segelsports wird mit Budgets jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze und auf futuristischen Einrumpfgeschossen ausgetragen, die sich auf Foils genannten Tragflächen aus dem Wasser erheben. Sie "fliegen" mit mehr als 90 Kilometern pro Stunde über den Regatta-Kurs.

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Für die Teams kommt der Showdown im neuseeländischen Hauraki Golf 21 Jahre nach ihrem ersten Cup-Duell einem Déjà-vu gleich: Kurz nach der Jahrtausendwende hatten die Kiwis die Italiener im Heimatrevier mit 5:0 deklassiert. Jetzt will der 100 Personen starke Rennstall des leidenschaftlichen Cup-Jägers Patrizio Betelli Italien einen langgehegten Traum erfüllen.

Zuvor hatte seine "Luna Rossa" das Herausfordererfinale gegen das Ineos-Team von Segellegende Sir Ben Ainslie aus Großbritannien gewonnen. "Es war eine lange Reise mit Fallstricken in schwerer Zeit", sagte der italienische Teamchef und Skipper Max Sirena in Anspielung auf die vielen Hürden, die alle Teams in Zeiten der Corona-Pandemie zu nehmen hatten.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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