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Trotz Trompowsky-Eröffnung Karjakin bremst Carlsen zum WM-Start aus

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Magnus Carlsen und Sergej Karjakin starteten mit einem Remis.

(Foto: AP)

Normale Gegner reichen Schach-Weltmeister Magnus Carlsen nicht, er spielt auch gern gegen sich selbst. Bei der WM trifft er auf Sergej Karjakin, den er mit der Trompowsky-Eröffnung überrascht. Doch der Russe kontert und könnte nun in Führung gehen.

In New York spielt Schach-Weltmeister Magnus Carlsen gerade gegen Sergej Karjakin um die WM-Krone. Ansonsten spielt der Norweger mit einer Schach-App aber auch gegen sich selbst. "Im Flugzeug oder wenn mir langweilig ist. Meistens spiele ich gegen den 13- oder 14-jährigen Magnus", sagte der Norweger der "Süddeutschen Zeitung".

In der App können Spieler das Alter des Carlsen-Avatars vor den Partien wählen. Carlsen selbst zieht aus solchen Partien ganz besondere Erkenntnisse. "Ich finde etwas über mich heraus. Wer ich damals war und was aus mir geworden ist", sagte der 25-Jährige. Den größten Unterschied zwischen jungen und älteren Schachspielern sieht Carlsen in der fehlenden Angst: "Junge Spieler haben mehr Energie, sie sind optimistischer. Sie kennen noch nicht alle Muster und Varianten, spielen dafür aber angstfreier. Und damit oft besser."

Warum? "Mehr Wissen führt zu mehr Angst. Das ist so im Schach. Als junger Spieler erkennt man noch nicht die Gefahren, die im Spiel lauern." Dafür funktioniere aber die Intuition bereits ziemlich gut, "als junger Spieler macht man meistens das Richtige. Unwissenheit kann im Schach auch ein Segen sein". Gegen seinen Vater spielt Carlsen hingegen "seit Jahren nicht mehr", sagte er: "Er liebt Schach, aber es würde weder für ihn noch für mich Sinn machen."

Dämpfer zum WM-Start

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Die Trompowsky-Eröffnung wird selten gespielt.

In die WM in New York startete Carlsen mit einem kleinen Dämpfer. Zum Auftakt kam der favorisierte Carlsen nach 3:52 Stunden mit den weißen Steinen gegen seinen russischen Herausforderer nicht über ein Remis hinaus. Beide Spieler haben damit einen halben Punkt auf dem Konto. "Remis ist ein normales Ergebnis. Ich bin nicht glücklich, aber es ist ein vernünftiger Start in das Match", sagte Carlsen nach der Partie. Karjakin ergänzte, dass es für ihn gut gelaufen sei. Für den 26-Jährigen ist dieses Unentschieden nach 42 Zügen ein erster Erfolg.

Der gebürtige Ukrainer ist als Weltranglistenneunter der klare Außenseiter im Duell mit dem Spitzenreiter. Carlsen überraschte mit der Trompowsky-Eröffnung, bei der auf den Bauernzug d4 und den Springerzug Sf6 von Schwarz der weiße Läufer auf Lg5 zieht. Karjakin zeigte danach aber eine gute Defensivleistung.

In der zweiten Partie im Fulton Market Building in New York (ab 20 Uhr MEZ im n-tv.de Liveticker) führt Karjakin die weißen Steine und hat damit die erste ernsthafte Chance auf den ersten vollen Punktgewinn. Gespielt werden maximal zwölf Partien, wobei das Eröffnungsrecht jeweils wechselt. Alle zwei Tage steht ein Ruhetag an. Für einen Sieg gibt es einen Punkt, bei Remis erhalten beide Kontrahenten jeweils einen halben. Erreicht ein Spieler vorzeitig 6,5 Zähler, ist das Duell beendet. Bei Gleichstand nach dem zwölften Spiel wird ein Tiebreak mit verkürzter Spielzeit gespielt.

Quelle: ntv.de, cwo/sid