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Himmel und Hölle in 24 Stunden Kaymer kontert Wunder mit Katastrophe

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Martin Kaymer am achten Loch seiner ersten Runde in San Francisco. Da lief es noch. Außergewöhnlich gut sogar.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Martin Kaymer ist seit vielen Jahren Deutschlands bester Golfer - umso bemerkenswerter ist ein schlimmer Einbruch auf der zweiten Runde des Turniers in San Francisco. Dabei hatte Kaymer erst am Vortag eine ebenso wundersame Wiederauferstehung gefeiert.

Am Abend vor seinem ersten Abschlag bei der PGA Championship fühlte sich Martin Kaymer nicht so gut. Deutschlands bester Golfer war gerade auf dem Heimweg vom Abendessen, "aus irgendeinem Grund", stellte er dabei fest, "war ich nicht happy". Das komme schon mal vor, diesmal aber habe er sich gedacht: "Ich muss etwas tun, um mich ein bisschen aufzumuntern." Im Hotelzimmer angekommen, loggte sich der ehemalige Weltranglistenerste ins Internet ein - und stieg am Tag danach beinahe wie Phönix aus der Asche.

"Ich bin auf YouTube gegangen und habe dieses Video gefunden", erzählte Kaymer nach seiner herausragenden ersten Runde im TPC Harding Park in San Francisco. Dieses Video zeigt die zweiten Neun seiner Schlussrunde bei der US Open 2014, die der 35-Jährige aus Mettmann in grandioser Manier mit acht Schlägen Vorsprung gewann. Es war sein zweiter Sieg bei einem Major. Er blicke gerne auf diese Momente zurück, sagte Kaymer: "Ich weiß, man sollte nicht in der Vergangenheit leben, aber wenn dir die Vergangenheit in der Gegenwart hilft, dann nehme ich das."

"Ich habe daran geglaubt ..."

Die Erinnerung beflügelte: "Wie ich da gespielt habe, meine Einstellung, meine Haltung, mein Putten, das alles hat mich inspiriert. Ich habe daran geglaubt, dass ich gut spielen kann, auch nach fünf Monaten Pause", erzählte er der "Golf Post" nach seiner 66 zum Auftakt in San Francisco. Damit lag er mit einem Schlag Rückstand auf dem geteilten dritten Platz.

Nur einen weiteren Tag später landete Kaymer auf dem Boden der Realität. Eine 82 auf der zweiten Runde kostete ihn den Cut. Die Szene hatte Symbolcharakter. Martin Kaymer stand im Sandbunker, er schüttelte kaum merklich den Kopf, hob sichtlich ratlos die Arme und ließ sie direkt wieder sinken. Es gab ja auch keine offensichtliche Erklärung für den Leistungseinbruch am zweiten Tag der PGA Championship. 24 Stunden zuvor nach einer grandiosen Runde noch unter den Top Drei, scheiterte Kaymer mit einer indiskutablen 82 auf der zweiten Runde am Cut.

Bogeys, Doppel-Bogeys, Triple-Bogeys

Zwölf über Par in der Tageswertung, acht über dem Cut, von Platz drei ins Niemandsland abgestürzt - eine indiskutable Bilanz für einen Golfer von Kaymers Format. Vor allem die ersten neun Löcher der zweiten Runde stürzten den 35-Jährigen ins sportliche Desaster, am einfachen Loch eins spielte er bereits eins über Par. Es folgten Bogeys, Doppel-Bogeys und sogar ein Triple-Bogey bei nur einem Birdie auf der zweiten Neun.

2010 hatte Kaymer die PGA Championship gewonnen, es war sein erster von bisher zwei Titeln bei einem Major, der zweite folgte bei der US Open 2014. Im Februar 2011 war Kaymer die Nummer eins der Welt, mittlerweile ist er an Position 128 notiert. Kaymer hatte wegen der Corona-Zwangspause seit Mitte März nur ein Turnier gespielt, vergangene Woche schied er bei der Barracuda Championship in Truckee ebenfalls bereits nach zwei Runden aus. Seine Erwartungen an die PGA Championship waren deshalb "sehr niedrig, um ehrlich zu sein, weil ich nicht wusste, wo mein Spiel steht".

Zunächst stand es sehr gut, Kaymer, der seine Runde auf Bahn 10 begann, spielte auf der ersten Runde eine starke zweite Neun. Auf dem Par-70-Kurs gelangen ihm von Bahn 17 bis Bahn 2 zunächst drei Birdies und auf Bahn 5 sogar ein Eagle. "Dieser Eagle war sehr speziell", sagte er. So speziell wie einen Tag später die zweite Runde, auf der ihm nichts mehr gelang.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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