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Berliner Baseball-Wunder Kepler mischt mit "Europarekord" MLB auf

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Max Kepler schlägt in dieser MLB-Saison Homeruns in Serie - und sich damit in die Rekordbücher.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Seinen eigenen Rekord in der Major League Baseball pulverisiert der Berliner Max Kepler in dieser Saison bereits, nun knackt er auch internationale Bestmarken. Mit seinem 33. Homerun übertrifft er einen fast 70 Jahre alten "Europarekord". Und beweist: Sein Potenzial ist enorm.

Max Kepler verzichtete auf große Sprüche, das tut er ja meistens. "Ich fühle mich super geehrt", sagte der 26-jährige Berliner, der einst mit 16 Jahren in die USA gegangen war, um in der Major League Baseball bei den Minnesota Twins sein sportliches Glück zu suchen. Er hat es gefunden, so viel steht fest. Mit seinem 33. Homerun in der laufenden Saison stellte Kepler einen "Europarekord" auf und übertraf damit den in Schottland geborenen Bobby Thomson, der 1951 insgesamt 32 Bälle aus dem Stadion gedroschen hatte.

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Vor ein paar Jahren, gab Kepler zu, "hätte ich nicht mal zu träumen gewagt, dass ich dieses Level jemals erreichen kann. Aber was hier gerade passiert, ist tatsächlich ein wahr gewordener Traum." Nach dem 4:3-Auswärtssieg der Twins bei den Texas Rangers lag Kepler mit seinen 33 Homeruns auf Platz sieben der ligaweiten Rangliste, die Mike Trout von den Los Angeles Angels mit 41 anführte.

Keplers Mutter Kathy stammt aus San Antonio/Texas, sein Vater Marek Rozicky ist polnischer Abstammung, beide waren Balletttänzer an der Deutschen Oper Berlin. Sohn Max ließ sehr früh eine Affinität zum Baseball erkennen. In der Little League der Berliner John-F.-Kennedy-Schule zeigte er schon mit sechs Jahren ein beachtliches Potenzial. Später wechselte er auf das Baseball-Internat der Regensburger Legionäre, für die er in der ersten und zweiten Bundesliga spielte.

Enormes Gehalt, enormes Potenzial

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"Er ist ein Typ, der ein außerordentliches Talent hat." Sagt Minnesota-Coach Rocco Baldelli über Kepler.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

2009 lagen Max Kepler nicht weniger als 16 Angebote aus der MLB vor. Er entschied sich für die Minnesota Twins, denen die Unterschrift des damals 16-Jährigen 800.000 Dollar wert war. Heute müssen die Twins sehr viel tiefer in die Tasche greifen: Im Februar 2019 unterschrieb Kepler einen mit 35 Millionen Dollar dotierten Fünf-Jahres-Vertrag bei dem Team aus Minneapolis. Die Entwicklung von Kepler ist enorm und weckt Vorfreude auf die kommenden fünf Jahre. Im Vorjahr hatte er in 156 Spielen 20 Homeruns geschlagen, jetzt waren es nach 123 Spielen bereits 13 mehr. "Er ist ein Typ, der ein außerordentliches Talent hat. Und er hat einen wirklich guten Kopf auf seinen Schultern", lobte Trainer Rocco Baldelli seinen Schlagmann.

Der so Gelobte hofft auf einen Schub für seinen Sport in Europa und vor allem in seiner deutschen Heimat. "Je mehr Spieler aus Europa in der MLB auf diesem Level Erfolg haben, desto mehr Aufmerksamkeit bedeutet das", sagte er. Im Winter wird Kepler ein Baseball-Camp für Jugendliche leiten: "Da fängt es an. Wir müssen das Interesse bei den Kindern wecken."

Seine weitere Karriere plant Kepler in aller Ruhe. "Ich erwarte nie so viel von mir, ich nehme es, wie es kommt", sagte er: "Ich arbeite hart, ich versuche viel und manchmal auch zu viel." Vor dem Spiel gegen die Texas Rangers hätten ihn einige Teamkollegen an sein Credo erinnert: "In den Spielen vorher war ich mir nämlich selbst voraus, das hat nicht so gut geklappt." Jetzt hat er sich wieder eingeholt.

Quelle: n-tv.de, Angela Bern, sid