Revanche für die Schmach 2025Kölner Haie haben großen Hunger - auf Eisbären und Titel

Crunchtime in der DEL: Die Kölner Haie treffen im Halbfinale auf Rekordmeister und Titelverteidiger Eisbären Berlin - und haben das letztjährige Finale mit drei 0:7-Klatschen noch im Kopf. Die Vorzeichen sind indes nun völlig andere.
Über das letztjährige Finale spricht Kari Jalonen nicht gerne. Die drei 0:7-Klatschen gegen die Eisbären Berlin nagen noch immer am Trainer der Kölner Haie, diese Schmach möchte der finnische Erfolgscoach gerne aus seiner Vita tilgen. Und sich mit dem Meistertitel aus Deutschland verabschieden, seinem siebten im dritten Land.
"Die Lektion, die wir da gelernt haben, hilft uns dieses Jahr sehr", sagte der Finne vor der Neuauflage der Endspielserie im Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die am Mittwoch (19 Uhr/MagentaSport) in Berlin beginnt. Ausgepumpt nach zwei harten Serien, schwer angeschlagen mit vielen Verletzten waren die Haie vor einem Jahr vom abgezockten DEL-Rekordmeister regelrecht auseinander genommen worden.
Eisbären kämpfen sich durch die Saison
Diesmal sind die Voraussetzungen gänzlich anders: Köln stürmte mit vier Siegen in vier Spielen auf dem kürzesten Weg ins Halbfinale, das mit Abstand stärkste Team der Hauptrunde ist dank kluger Transferpolitik deutlich ausgeglichener und breiter besetzt - und will endlich die erste Meisterschaft seit 24 Jahren. Dagegen mühte sich der Titelverteidiger mit vielen prominenten Ausfällen durch die Saison, schaffte als Sechster erst kurz vor Schluss den direkten Sprung in die Playoffs und tat sich auch im Viertelfinale gegen die Straubing Tigers in sechs Partien sehr schwer.
Dennoch sind die Haie, die eine Woche Pause hatten, gewarnt. "Ich habe Berlin die ganze Saison über nie abgeschrieben, auch nicht, als es wegen Verletzungen nicht so gut für sie lief", sagte Sportdirektor Matthias Baldys, "wir wissen, dass wir auf ein Topteam treffen, das zum entscheidenden Zeitpunkt in Topform ist."
Der Kölner Manager hat gemeinsam mit Jalonen, der in seiner finnischen Heimat und in der Schweiz bereits sechs Titel gewann und nach der Saison nach Hause zurückkehrt, die Löcher im letztjährigen Kader gestopft - und die passenden Spieler für das typisch finnische Konzept des Coaches gefunden. Die Defensive ist das Prunkstück, in der Hauptrunde kassierten die Haie die drittwenigsten Gegentore, im Viertelfinale gegen die Schwenninger Wild Wings ließ sie insgesamt nur fünf Treffer zu.
"Ziel ist, den dritten Titel in Folge zu holen"
Torhüter Janne Juvonen, im Oktober nachverpflichtet, schon in der Punkterunde der beste Goalie der Liga, glänzte in der ersten Playoff-Runde mit einer Fangquote von 95,45 Prozent. Außerdem ist das Team diesmal komplett, Jalonen sprach nur von "ein paar kleineren Verletzungen".
Allerdings beginnt die Serie in Berlin - obwohl die Haie Heimrecht haben. Wegen ständiger Probleme mit der Hallenbelegung einigten sich die Kölner mit der Lanxess Arena schon vor der Saison darauf, alle Playoff-Serien mit einem Auswärtsspiel zu starten, um frühzeitig die Termine zu blocken. Gegen Schwenningen war es kein Nachteil, weil gleich ein Auswärtssieg gelang. Gegen die Eisbären könnte es schwieriger werden. Sollte die Best-of-seven-Serie aber lang werden, hätten die Haie doch noch ihren Heimvorteil, denn die beiden letzten Spiele fänden in Köln statt.
"Ich erwarte eine enge Serie und einen harten Fight", sagte Verteidiger Jan Luca Sennhenn. Die Berliner kommen mit dem Selbstbewusstsein des Rekordmeisters. Man habe "großen Respekt, aber keine Angst" vor dem Hauptrundensieger, betonte Stürmer Lean Bergmann, "das große Ziel ist es, den dritten Titel in Folge zu holen."