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Was Becker an Agassi störte "Konnte deine Ohrringe nicht ernst nehmen"

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Da sahen sie noch etwas anders aus: Agassi (l.) und Becker im September 1990.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Das Verhältnis von Boris Becker zu Andre Agassi war lange Zeit ambivalent. In einem Brief schreibt Becker nun, was ihm besonders suspekt erschien. Und er erinnert an eine Episode, wie er Agassi aus dem Konzept gebracht hat - und so eine Partie noch drehen konnte.

In einem Geburtstagsbrief an Andre Agassi hat Boris Becker seine anfängliche Skepsis, einen Psychotrick und seinen Respekt gegenüber seinem früheren Rivalen offenbart. "Als du damals im Profi-Tennis auftauchtest, konnte ich mit dir zunächst nicht viel anfangen", schrieb die Tennis-Ikone in der "Bild am Sonntag".

"Ich konnte deine zerrissenen Jeans, deine langen gefärbten Haare und deine Ohrringe nicht ernst nehmen. Du hast dein Image gepflegt und agiert, als sei dir wichtiger, wie du bei den anderen ankommst und nicht, wie du wirklich bist. Das war mir suspekt."

Der US-Amerikaner Agassi, Ehemann von Steffi Graf, wird am Mittwoch 50 Jahre alt. Von 14 Partien gegen den früheren Weltranglisten-Ersten hat Becker nur vier gewonnen. Früher habe er den Rivalen nicht unbedingt gemocht, gestand Becker. Nun freue er sich, wenn er ihn treffe, meinte der 52-Jährige.

Er erinnerte an ein Duell in Wimbledon 1995: "Du hast hoch gegen mich geführt, das war fast schon peinlich für mich", schrieb Becker. "Also habe ich Brooke Shields, deiner damaligen Frau, die im Publikum saß, einen Luftkuss zugeworfen", erzählte Becker. "Das war eine spontane Aktion, hat dich jedoch so aus der Fassung gebracht, dass ich die Partie noch drehen konnte."

Agassi hatte seine Karriere nach acht Grand-Slam-Titeln bei den US Open 2006 beendet. Er lebt mit Steffi Graf und den zwei Kindern in Las Vegas. "Du warst einer der besten Spieler aller Zeiten und bist bis heute für Millionen ein Vorbild", meinte Becker und wünschte sich, Agassi würde häufiger auf der Tennis-Tour auftauchen: "Ich glaube, unsere jungen Talente können viel von dir lernen."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa