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KEC-Ikone kehrt zurück Krupp soll Kölns Katastrophensaison retten

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Uwe Krupps letztes Engagement in Köln endete nicht geräuschlos. Nun ist das Klubidol der neue Hoffnungsträger bei den Haien.

(Foto: imago images/CTK Photo)

Der frühere Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp soll die Kölner Haie aus der Krise führen. 17 Niederlagen in Folge kosten seinen Vorgänger Mike Stewart an Karneval den Job in der Domstadt.

Während hunderttausende Jecken beim traditionellen Rosenmontagszug ausgelassen im Regen tanzten, kehrte Lokalheld Uwe Krupp abseits des bunten Treibens zu den tief verunsicherten Kölner Haien zurück. Der frühere Eishockey-Bundestrainer soll dem sportlich abgestürzten achtmaligen deutschen Meister neues Leben einhauchen. Krupp soll helfen, die historische Niederlagenserie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) endlich zu stoppen.

"Wieder zurück in Köln zu sein, ist etwas Besonderes für mich", sagte Krupp, der für seine zweite Amtszeit in der Domstadt einen Vertrag bis April 2022 unterschrieb. "Kurzfristig geht es darum, alle an Bord zu haben, um die aktuelle Saison so gut wie möglich abzuschließen", betonte der 54-Jährige. Krupp folgt auf Mike Stewart, der bereits am Sonntagabend freigestellt worden war und sich am Montag von der Mannschaft verabschiedete.

Klub steht vor historischem Negativrekord

"Der erhoffte 'Neustart' nach der Pause blieb trotz vieler Maßnahmen und höchstem Engagement aus. Meine Überzeugung, dass wir in dieser Konstellation - auch im Hinblick auf die neue Saison - erfolgreich sein können, ist verloren gegangen", erklärte Haie-Geschäftsführer Philipp Walter. Stewart war vor Saisonbeginn als Wunschkandidat von Sportdirektor Mike Mahon von den Augsburger Panthern geholt worden, Mahon musste schon Anfang Februar gehen, nun traf es den Kanadier. "Mike Stewart hat hier alles reingehauen, was er hatte. Er hat sich für den KEC aufgeopfert", sagte Walter.

Die Ausgangslage für Krupp, der die Haie bereits von 2011 bis 2014 trainierte und zweimal ins DEL-Finale führte, könnte kaum komplizierter sein: Die Domstädter haben 17 Spiele in Folge verloren. Am Karnevalsdienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) gegen die Grizzlys Wolfsburg könnte der KEC die historische Negativmarke der Schwenninger Wild Wings von 2003 einstellen - mit zwölf Punkten Rückstand auf den letzten Vor-Play-off-Platz bei nur noch fünf ausstehenden Hauptrundenpartien ist die K.o.-Runde zudem kein Thema mehr.

"Wir gewinnen wertvolle Zeit"

Die Verantwortlichen waren nach den Ergebnissen der letzten Wochen gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen. "Uwe Krupp noch in dieser Saison zum Cheftrainer zu machen, hat zum einen den Hintergrund, dass wir ihm zutrauen, die Spielzeit zu einem würdigen Abschluss zu bringen", sagte Geschäftsführer Walter: "In erster Linie geht es uns darum, dass er schon jetzt einen Eindruck von der Mannschaft bekommt und nicht erst im Sommer. So gewinnen wir wertvolle Zeit."

Ende Januar war Krupp als Coach des tschechischen Erstligisten HC Sparta Prag entlassen worden. 2018 war der Stanley-Cup-Sieger von 1996 (Colorado) und 2002 (Detroit) von den Eisbären Berlin nach Prag gewechselt. In seiner ersten Saison als Coach des viermaligen tschechischen Meisters scheiterte das Team in den Pre-Play-offs. Krupps Trennung von den Haien 2014 war nicht geräuschlos verlaufen, "aber seitdem ist viel Wasser den Rhein runtergelaufen", hatte Krupp Anfang Februar dem Express gesagt. Nun ist er gefordert, noch an Karneval für bessere Laune bei den Haien zu sorgen.

Quelle: ntv.de, Lars Weiske, sid