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Große Angst vor "Russen-Urteil" Legende Timo Boll befürchtet Ausschreitungen

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Timo Boll hat Angst.

(Foto: picture alliance / augenklick/J?rgen Fromme /firo)

Kurz nach dem Angriff auf die Ukraine werden die russischen Topvereine Fakel Orenburg und UMMC Jekaterinburg aus der Tischtennis-Champions-League ausgeschlossen. Das Sportgericht sieht es anders. Bei Timo Boll und dem abgesetzten Titelgewinner geht die Angst um.

In der Debatte über das "Russen-Urteil" für die Tischtennis-Champions-League hat Rekordeuropameister Timo Boll vom abgesetzten Titelgewinner Borussia Düsseldorf vor unkontrollierbaren Folgen und einer gewalttätigen Eskalation gewarnt. "Wir müssten in Düsseldorf mit Tausenden von Demonstranten und Krawallen in der Halle rechnen", meinte der Starspieler in einer Mitteilung seines Klubs und des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) zur Möglichkeit eines juristisch erzwungenen Endspiels gegen den russischen Gewinner des zweiten Halbfinales.

Bolls Vorgesetzter Andreas Preuß befürchtet vor der Entscheidung des Sportgerichtes (BoA) des Europa-Verbandes ETTU über die Anfechtung der nachträglichen Wiederzulassung der russischen Topvereine Fakel Orenburg und UMMC Jekaterinburg einen kaum überschaubaren Flurschaden für seinen Sport. "Es ist eine Frage des Anstands, dass wir in der jetzigen Situation nicht gegen russische Klubs spielen werden. Außerdem würden wir unsere Sportart damit im Reigen des internationalen Sports komplett ins Abseits stellen, wenn wir jetzt plötzlich doch zwei Spiele gegen russische Mannschaften zuließen", sagte der Borussen-Manager.

Sportjuristisches Tauziehen hält an

Das BoA hatte Ende April den Ausschluss der beiden russischen Halbfinalisten aus der Königsklasse durch die ETTU-Exekutive unerwartet annulliert. Damit verbanden die Richter auch Düsseldorfs Einsetzung als Champions-League-Gewinner. Der deutsche Meister hatte sein Halbfinale gewonnen.

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Nach Ansicht der BoA-Richter dürfen russische Vereine anders als Nationalmannschaften nicht als Vertreter ihres Landes behandelt werden. Deswegen verfügte das Gremium die Ansetzung des zweiten Halbfinals und danach die Austragung des Endspiels zwischen dem Gewinner des russischen Duells und Düsseldorf. Die ETTU-Spitze beantragte jedoch zu Wochenbeginn wegen zusätzlicher Informationen eine Wiederaufnahme des Verfahrens in der gleichen Instanz.

Düsseldorfs klare Kante im Umgang mit Russland seit Kriegsbeginn ist für Preuß allerdings keine Frage von Gerichtsurteilen. Deshalb schloss der Bundesliga-Aufsichtsratsvorsitzende für die kommende Saison einen Boykott der Königsklasse durch den Rekordgewinner auch ausdrücklich nicht aus: "Falls die russischen Teams nicht ausgeschlossen werden, werden wir ohne einen Friedensschluss Russlands mit der Ukraine auf keinen Fall in der Champions League spielen."

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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