"Natürlich extrem geil"Leon Ulbricht rast auf dramatische Weise zum größten Karriere-Erfolg

Leon Ulbricht gewinnt den Gesamtweltcup im Snowboardcross und lässt damit sein Trauma bei den Olympischen Spielen hinter sicher. Die letzten Meter auf dem Weg zur Kugel sind äußerst dramatisch. Beinahe wäre Ulbricht früh gescheitert.
Zumindest etwas aufs Bremspedal treten musste Leon Ulbricht dann doch. Soeben war der Snowboardcrosser zum bislang größten Erfolg seiner Karriere gerast, einer Partynacht allerdings stand die Rückreise aus Kanada am frühen Sonntagmorgen entgegen. "Ein bisschen anstoßen" wolle er, kündigte Ulbricht an - der Gewinn des Gesamtweltcups als erst zweiter Deutscher gab ihm wenige Wochen nach seinem bitteren Olympia-Erlebnis allen Grund dazu.
Zentimeter entschieden beim Weltcupfinale in Mont-Sainte-Anne das umkämpfte Rennen um die heiß begehrte Kristallkugel - und das gleich mehrfach. Mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Franzosen Aidan Chollet war Ulbricht als Gesamtführender in den finalen Wettkampf gestartet, auch der Australier Adam Lambert hatte noch Chancen.
Immer knapp am Ausschneiden vorbei
Beinahe platzte Ulbrichts Traum dann schon im Achtelfinale, der 21-Jährige zitterte sich im Fotofinish weiter. Auch das Viertelfinale überstand der Athlet vom SC Rötteln knapp, dafür scheiterte Konkurrent Chollet überraschend. Im Halbfinale entschied erneut das Fotofinish zugunsten von Ulbricht. Im Finale der besten vier landete er zwar hinter Lambert auf Rang zwei - im Gesamtranking behauptete er sich aber mit 22 Punkten Vorsprung.
"Ich habe nicht irgendwie gerechnet, sondern den Gesamtweltcup komplett ausgeblendet", verriet Ulbricht sein Rezept, "dass es jetzt so ausgeht, ist natürlich extrem geil." Nach den Gesamtsiegen von Martin Nörl 2022 und 2023 geht die Kugel zum dritten Mal nach Deutschland - dabei hatte Ulbricht erst vor wenigen Wochen eine schmerzhafte Pleite erlebt.
Mitte Februar bei den Olympischen Spielen in Livigno wurde der Mitfavorit im Viertelfinale von Teamkollege Nörl abgeräumt, ohne jede Mitschuld an dem Crash musste Ulbricht seinen Medaillentraum begraben. "Ich hätte heute Abend schon gerne Party gemacht", sagte er damals frustriert .Nach der Heimreise aus Kanada hat Ulbricht nun viel Zeit zum Feiern. Und vor allem einen guten Grund.