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Björndalen hatte zuletzt die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang verpasst.
Björndalen hatte zuletzt die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang verpasst.(Foto: imago/Camera 4)
Dienstag, 03. April 2018

Abschied von Björndalen: Mr. Biathlon beendet seine Karriere

Rekordweltmeister Ole Einer Björndalen stellt die Ski und sein Gewehr in die Ecke: Der 44-jährige Norweger wird dem Biathlon höchstens noch als Funktionär zur Verfügung stehen. Erstmal ist jetzt aber nach 25 Jahren Karriere die Familie dran.

Der Kannibale ist endgültig satt: Nach acht Olympiasiegen, 20 WM-Titeln und 94 Weltcup-Erfolgen beendet "Mr. Biathlon" Ole Einar Björndalen seine einzigartige Karriere. Der norwegische Volksheld teilte die Entscheidung auf einer Pressekonferenz in Simostranda mit. "Freude und Motivation sind noch immer ungebrochen", sagte der sichtlich gerührte Björndalen, der eigenen Angaben zufolge zuletzt mehrmals unter Herzrhythmusstörungen gelitten hatte: "Ich hätte gerne noch ein paar Jahre weitergemacht."

Dort, wo beim mittlerweile 44-Jährigen einst die Leidenschaft für seinen Sport entfacht worden war, machte er nun also Schluss. Björndalen, der am 24. März im russischen Tjumen sein letzten Rennen absolviert hatte, kämpfte mehrfach mit den Tränen. In der Verfolgung belegte er einen 32. Rang, was den Ansprüchen des Ehrgeizlings, der sich aufgrund seines immensen Erfolgshungers den Beinamen "Kannibale" verdiente, längst nicht genügt.

Der Abschied des erfolgreichsten Skijägers der Geschichte zeichnete sich ab, der zurückliegende Winter war sein Schwanengesang. Die guten Resultate blieben aus und somit auch eine Nominierung für die Winterspiele in Pyeongchang. Spätestens dort reifte bei Björndalen, der als Betreuer seiner Frau Darja Domratschewa vor Ort war, der Entschluss, das Gewehr in den Schrank zu stellen.

Rückkehr als Funktionär?

Trotz des unrühmlichen Abgangs auf Raten überwiegen Björndalens Sternstunden, die er seit seinem ersten Start am 18. März 1993 in 580 Weltcup-Rennen zuhauf erlebte. Sein letzter Erfolg datiert vom 2. Dezember 2015. Biathlon war mehr als zwei Jahrzehnte Björndalens Leben, doch die Prioritäten haben sich verschoben. Mit der Weißrussin Domratschewa hat er die gemeinsame Tochter Xenia, ihnen gehört nun endlich die volle Aufmerksamkeit. Wie lange das aber der Fall sein wird, ist freilich offen, früher oder später könnte der Norweger eine Funktionärslaufbahn einschlagen und eines Tages möglicherweise sogar dem Weltverband IBU als Präsident vorstehen.

Bis dahin werden zumindest seine Olympia- und WM-Rekorde wohl Bestand haben. Neben den 20 Goldmedaillen gewann Björndalen bei Weltmeisterschaften noch 14 Mal Silber und elfmal Bronze. Auch die acht Olympiasiege, vier Silberplaketten und einmal Bronze dürften schwer zu erreichen sein. Sorgen muss sich Björndalen allerdings um seine Weltcup-Bestmarke machen.

Zwar thront der Superstar aus Drammen, der neben seinen 94 Erfolgen im Biathlon auch einen Weltcupsieg im Langlauf feierte, weit vor Martin Fourcade. Der Franzose ist seit sieben Jahren aber der Dominator der Szene, holt Siege am Fließband - und ist "nur" noch 24 von Björndalen entfernt. "Er ist unglaublich", sagte Björndalen einmal über Fourcade, der wiederum meinte: "Ole ist und bleibt der Größte." Und als solcher wird er auch nach dem Ende seiner Karriere in Erinnerung bleiben.

Quelle: n-tv.de