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Defekte Wasserleitungen und verstopfte Toiletten: So richtig kuschelig ist es in den Olympiaquartieren noch nicht.
Defekte Wasserleitungen und verstopfte Toiletten: So richtig kuschelig ist es in den Olympiaquartieren noch nicht.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 25. Juli 2016

Australier verweigern Einzug: Olympisches Dorf in Rio ist "unbewohnbar"

Anstatt sich auf die in zwei Wochen beginnenden Spiele vorbereiten zu können, haben manche Teams mit dem Zustand ihrer Quartiere zu kämpfen. Der Bürgermeister von Rio will die Australier mit Kängurus besänftigen, die hätten aber lieber einen guten Klempner.

Bei der Eröffnung des Olympischen Dorfes in Rio de Janeiro hat es einen Eklat wegen des mangelhaften Zustands der Unterkünfte gegeben. Die Delegation Australiens weigerte sich, ihr Quartier zu beziehen. Das Australische Olympische Komitee beschwerte sich unter anderem über defekte Wasserleitungen und verstopfte Toiletten. Die "Vila dos Atletas" war am Sonntag offiziell eröffnet worden - weniger als zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele.

Das Organisationskomitee von Rio 2016 räumte die Probleme ein und versprach eine rasche Lösung. "Arbeiter werden 24 Stunden am Tag arbeiten, bis die Probleme gelöst sind", hieß es. Laut Medienberichten sollen bis zu 500 Personen in den nächsten Tagen zusätzlich in dem Dorf arbeiten. Probleme soll es auch bei den Delegationen Neuseelands und Großbritanniens gegeben haben. Die australische Delegationschefin Kitty Chiller beschrieb erbärmliche Zustände. Es gebe Lecks an den Leitungen, an einigen Stellen tropfe Wasser von der Decke, auf dem Boden würden sich Lachen neben Stromkabeln bilden. "Die Villa ist einfach nicht sicher und nicht bezugsfertig", sagte Chiller.

"Wir brauchen keine Kängurus"

Für zusätzlichen Ärger sorgten ironische Anmerkungen des Bürgermeisters von Rio. Damit sich die Australier wohl fühlten, würden sogar Kängurus besorgt, sagte Eduardo Paes. "Wir brauchen keine Kängurus, wir brauchen Klempner", entgegnete später laut dem Nachrichtenportal "UOL" ein australischer Sprecher.

Am Samstagabend hatten die Delegation einen "Stresstest" in den Wohnungen gemacht, hatte zuvor Delegationsleiterin Chiller erklärt. Dabei waren alle Wasserhähne und Toilettenspülungen auf mehreren Etagen gleichzeitig bedient worden. Danach sei Wasser die Wände heruntergekommen und es habe einen starken Geruch von Gas in einigen Wohnungen gegeben, klagte die Australierin.

Das Olympische Dorf liegt im wohlhabenderen Stadtteil Barra da Tijuca im Westen Rios, 1,5 Kilometer vom Olympiapark mit den meisten Sportstätten entfernt. Mehr als 10.000 Athleten aus aller Welt sollen in dem Komplex mit 31 Hochhäusern während der ersten Spiele in Südamerika wohnen, dazu kommen Trainer, Betreuer und Ärzte. In der Spitze wird mit rund 18.000 Bewohnern gerechnet. Es gibt 3604 Apartments. Die Spiele finden vom 5. bis 21 August statt.

Quelle: n-tv.de