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Bayern vor der Champions League Operation Wiedergutmachung

Nach dem blamablen Ausscheiden im letzten Jahr kann der FC Bayern München in der Champions League endlich zur Wiedergutmachung schreiten. "Gott sei Dank ist die Champions-League-lose Zeit vorbei", beschrieb Kapitän Oliver Kahn den Tatendrang im Team des deutschen Fußball-Meisters vor dem Heimspiel-Auftakt am Mittwoch gegen Celtic Glasgow.

Die Zielsetzung und das Selbstvertrauen in die eigene Stärke haben unter der Blamage des Vorjahres nicht gelitten: "Rein vom Personal her können wir die Champions League gewinnen", verkündete der Nationaltorhüter.

"Heim"-Finale oder erneutes Debakel?

Der Traum vom "Heim"-Finale am 26. Mai 2004 in Gelsenkirchen soll keinesfalls erneut früh platzen. "Ein Ausscheiden nach der Vorrunde darf uns dieses Jahr nicht passieren", sagte Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstands-Chef hatte am 29. Oktober 2002 nach der 1:2-Niederlage bei Deportivo La Coruna, die den Vorrunden-K.o. besiegelte, sogar von "einer Schande für den FC Bayern" gesprochen. Franz Beckenbauer appellierte an die Bayern-Profis, nicht noch einmal so "nachlässig und schlampig" zu spielen. Sonst gebe es wieder ein Debakel.

Das können sich auch die Bayern finanziell nicht mehr leisten: Nach der Rekordeinnahme von 45,9 Millionen Euro im Triumphjahr 2001 und 39,9 Millionen Euro in der Saison 2001/02, musste sich der Bundesliga-Krösus in der vergangenen Spielzeit mit 14,5 Millionen Euro aus dem UEFA-Prämientopf begnügen.

Angst vor einem Fehlstart

Die Angst vor einem neuerlichen Fehlstart spielt trotzdem mit. Kahn rief seine Teamkollegen nach der ersten Saison-Niederlage öffentlich zur Ordnung. "Wir sind in Wolfsburg wie aufgescheuchte Rehe herumgerannt, ohne Sinn und Verstand", polterte der Kapitän. Vor allem Mittelfeldspieler Owen Hargreaves warf er "undisziplinierte Spielweise" vor. Das Klima ist gereizt. Die Abwehr wackelt, auch wenn Kahn Schwächen in der Hintermannschaft abstreitet. Doch Beckenbauer widerspricht dem Torhüter: "Wir haben momentan Abwehrprobleme. Sieben Gegentore in fünf Bundesligaspielen - das ist Mittelmaß mit Richtung nach unten", sagte er.

Hitzfeld zuversichtlich

Hitzfeld zieht seine Zuversicht unter anderem daraus, dass die angeschlagenen Leistungsträger Michael Ballack, Claudio Pizarro und Z Roberto spielen können. Nur Willy Sagnol (Meniskus) muss in der Abwehr wohl durch Sanuel Kuffour ersetzt werden. Dem Rückschlag von Wolfsburg gewann der Trainer im Nachhinein sogar Positives ab, weil ihm im Vorjahr sein zu früh hoch gelobtes Team zu euphorisch in die Champions League gegangen war. "Das weiße Ballett war damals unser Tod", meinte der Trainer, der eindringlich vor dem Gegner warnt: "Celtic stand letzte Saison nicht umsonst im UEFA-Cup-Finale."

Rund 15 000 Fans werden dem 38-maligen schottischen Meister im Olympiastadion den Rücken stärken. Sie hoffen vor allem auf Tore von Henrik Larsson. Der 31 Jahre alte Schwede gilt als bester Spieler aller Zeiten im Celtic-Trikot; in der Saison 2000/01 erzielte er unglaubliche 53 Tore in allen Wettbewerben. "Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht in Konter laufen", sagte Hitzfeld.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Bayern München: Kahn - Kuffour, Kovac, Linke, Lizarazu - Salihamidzic, Hargreaves,
Ballack, Z Roberto - Pizarro, Makaay

Celtic Glasgow: Douglas - McNamara, Varga, Bald - Agathe, Miller, Lennon,
Petrow, Thompson - Larsson, Sutton

Schiedsrichter: Massimo De Santis (Italien)

Quelle: n-tv.de