Weltklasse-KurzprogrammPaarlauf-Duo Hase/Volodin greift bei der WM nach Gold

Die Deutschen Minerva Hase und Nikita Volodin liegen bei der Eiskunstlauf-WM nach dem Kurzprogramm in Führung. Reicht es diesmal zu Gold? Der Vorsprung auf die Verfolger ist hauchdünn.
Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin winkten stolz zu ihren Familien, Freunden und den zahlreichen deutschen Fans, dann pusteten beide kräftig durch. Ein Schritt fehlt noch zum nächsten großen Traum: Die deutschen Eiskunstlauf-Aushängeschilder greifen bei der WM in Prag nach der Goldmedaille.
Fünf Wochen nach dem Gewinn von Paarlauf-Bronze bei den Olympischen Winterspielen in Mailand liefen die Berliner am Abend ein Weltklasse-Kurzprogramm und liegen mit 79,78 Punkten hauchdünn vor den Olympia-Zweiten Anastassia Metelkina/Luka Berulawa aus Georgien (79,45 Punkte). Die Entscheidung fällt in der Kür am Donnerstag (18.15 Uhr/Eurosport und sportstudio.de).
"Für uns war es das beste Kurzprogramm der gesamten Saison. Wir haben alles von der ersten bis zur letzten Sekunde genossen. Alle Elemente haben sich sehr gut angefühlt", sagte Hase - und strahlte.
Platz drei sicherten sich in der stimmungsvollen O2 Arena Lia Pereira/Trennt Michaud aus Kanada (75,52). Die japanischen Olympiasieger und Weltmeister Miura Riku/Kihara Ryichi hatten ihren Start im Vorfeld abgesagt. Auch deshalb gingen Hase/Volodin als WM-Zweite des Vorjahres als letztes Paar aufs Eis. Im letzten Saisonwettkampf zeigten die Aushängeschilder der Deutschen Eislauf-Union (DEU) zu ihrem Tango keinerlei Nerven. Bereits in Mailand hatten sie zur Halbzeit in Führung gelegen, dann aber in der Kür gepatzt.
2024 in Montreal gab es Bronze, 2025 in Boston Silber - und diesmal? Einen Traum haben sich Hase/Volodin bereits mit der Olympiamedaille erfüllt, WM-Gold wäre nun die Krönung ihrer Erfolgsgeschichte. Und womöglich auch der Abschluss, ihre Zukunft haben sie bislang offengelassen.
Hocke und Kunkel haben Sturzpech
Das zweite Berliner Duo Annika Hocke/Robert Kunkel kam auf Rang zehn (65,35), ein Sturz von Hocke beim dreifachen Salchow verhinderte ein besseres Resultat für die ehemaligen EM-Dritten. "Ein sehr ärgerlicher Fehler. Da fehlen jetzt vier Punkte und man sieht, was für uns drin gewesen wäre", sagte Hocke. "Ich habe schon beim Absprung gefühlt, dass das nicht gut gehen konnte."
Im Eistanzen wollen ab Freitag Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan die Olympia-Enttäuschung vergessen machen und dieses Mal ins Kür-Finale einziehen. In der Männer-Konkurrenz, die in Mailand ohne Deutsche stattgefunden hat, vertritt der deutsche Meister Genrikh Gartung das DEU-Team. Der 18 Jahre alte Vierfachspringer geht bei seinem WM-Debüt am Donnerstagmittag als jüngster Teilnehmer an den Start.