Sport

Rekord-Party in Atlanta Patriots schreiben Super-Bowl-Geschichte

Die New England Patriots sind erneut Super-Bowl-Champions. In einem überraschend offensivarmen Finale der National Football League setzen sie sich deutlich gegen die Los Angeles Rams durch. Für die Patriots ist es die sechste Meisterschaft seit 2002 - Rekord.

Er war mit seinen fünf Titeln bereits der erfolgreichste Trainer der Super-Bowl-Geschichte: Nach dem 13:3-Finalsieg seiner New England Patriots ist Trainer Bill Belichick nun auch der älteste Meistermacher. "Das ist ein großartiger Tag für unser Team. Die Jungs haben so hart gearbeitet", meinte der 66-Jährige im Konfetti-Regen des Mercedes-Benz-Stadium in Atlanta. "Es ist unglaublich. Wir haben als Team das ganze Jahr über zusammengehalten", ergänzte Runningback Sony Michel, dem der einzige und entscheidende Touchdown gelang.

Wie war die Ausgangslage?

Los Angeles hatte eine herausragende Saison gespielt und im Halbfinale bei den daheim nur schwer zu besiegenden New Orleans Saints gewonnen. Und der erst 33 Jahre alte Trainer Sean McVay hatte mit seinem mutigen und variablen Angriffsspiel die gesamte Liga verzückt. Dennoch galt New England als leicht favorisiert. Das lag vor allem an zwei Akteuren: Quarterback Tom Brady und Trainer Bill Belichick. Für beide war es der neunte Super Bowl seit 2002. Die Patriots hatten 31 Profis mit Finalerfahrung in ihren Reihen, die Rams hingegen nur vier.

*Datenschutz

Wie war der Spielverlauf?

bb41711e07f8bdc40364fcc28c821992.jpg

Eine Abwehrschlacht.

(Foto: REUTERS)

Obwohl beide Teams starke Offensivreihen aufstellen können, wurde dieser Super Bowl LIII eine Abwehrschlacht - man könnte auch sagen, er war lange Zeit maximal mittelmäßig interessant. Die Patriots hatten in der ersten Halbzeit zwar wesentlich mehr Ballbesitz und kamen einige Male weit in die Rams-Hälfte - anhand des Spielstandes wurde das jedoch nicht deutlich. Das lag unter anderem daran, dass Brady im ersten Spielzug ein Fumble unterlief. Und auch der zweite Angriff endete erfolglos, denn Kicker Stephen Gostkowski konnte einen Field-Goal-Versuch aus 46 Yards Entfernung nicht nutzen, sondern schoss den Football an der linken Torstange vorbei.

Die Rams kamen zwar offensiv überhaupt nicht in die Gänge, konnten sich aber auf ihre beeindruckende Defensive verlassen. Dank der kompromisslos zupackenden Verteidiger wie Aaron Donald und Ndamukong Suh blieben die Kalifornier immer dran und erlaubten den Patriots lediglich ein Field Goal durch Gostkowski zur 3:0-Pausenführung. Auch nach dem Wechsel blieben beide Abwehrreihen dominant. Als Los Angeles in der 44. Minute erstmals etwas tiefer in die Patriots-Zone vordrang, beendete Kicker Greg Zuerlein den Spielzug mit einem Field Goal aus 53 Yards zum 3:3. Mit diesem Spielstand ging es ins Schlussviertel.

 Das Spiel im RE-Live.

Was war die entscheidende Szene?

Brady hatte in der zweiten Halbzeit kaum nennenswerte Aktionen und konnte seine Offensive nicht nach vorn bringen. In der 51. Minute zeigte er jedoch, warum er von vielen nur G.O.A.T ("Greatest of all Time" / deutsch etwa: "Der Beste aller Zeiten") genannt wird. Mit vier präzisen Pässen dirigierte er sein Team über das Spielfeld. Vor allem sein Wurf in den Lauf von Tight End Rob Gronkowski war Maßarbeit. Durch diese Aktion gelang New England ein Raumgewinn von 29 Yards und brachte die Patriots bis zwei Yards vor die Rams-Endzone. Anschließend hatte Sony Michel in der 54. Minute keine Mühe mehr hatte, den Football zum Touchdown über die Linie zu tragen.

Im Gegenzug trieb dann Los-Angeles-Spielmacher Jared Goff seine Rammböcke ebenso imposant über das Feld wie Brady zuvor. Einziger Unterschied: Sein langer Pass auf Wide Receiver Brandin Cooks wurde von Patriots-Cornerback Stephon Gilmore vier Yards vor der Patriots-Endzone abgefangen. New England kam wieder in Ballbesitz und nutzte den anschließend Angriff zum 13:3.

Wer fiel besonders auf?

Die Frage nach dem wertvollsten Spieler (MVP) dieses Super Bowls war schnell beantwortet: Es konnte nur Patriots-Wide-Receiver Julian Edelman sein. Der fing so zuverlässig wie kein anderer Bradys Pässe, rackerte unermüdlich und sorgte somit von allen Spielern für den meisten Raumgewinn (141 Yards). "Es war eine verrückte Saison. Wahnsinn. Irgendwie unwirklich. Wir waren so eine unverwüstliche Truppe. Aber jetzt bin ich mental und körperlich einfach nur platt", so Edelman hinterher.

Wie geht es weiter beim Meister?

Die beiden wichtigsten Personen bleiben Bill Belichick und Tom Brady. Sie  haben trotz ihres sechsten Super-Bowl-Sieges immer noch nicht genug. Und Edelman macht auch weiter. Somit behält Brady seine wichtigste Anspielstation. Das größte Fragezeichen steht hinter Rob Gronkowski. Der Tight End plagt sich seit Jahren mit Verletzungen herum. Vor allem sein unterer Rücken schmerzt.

Die Medien in Boston hatten schon die gesamte Saison über spekuliert, ob dies Gronkowskis letzte Saison sein könnte.  Im Vorfeld des Super Bowls wurde der 29-Jährige täglich nach einem möglichen Karriere-Ende gefragt. Seine Antworten waren immer gleich: "Ja. Nein. Vielleicht."Aufgrund des erneuten Titelgewinns sowie seiner körperlichen Verfassung deutet jedoch vieles darauf hin, dass dieser Super Bowl LIII das letzte Spiel seiner Karriere war.

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema