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Fed-Cup-Team im Abstiegskampf Petkovic und Görges machen fast alles klar

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Kann am Samstag den Sieg perfekt machen: Julia Görges.

(Foto: dpa)

Es könnte bereits die halbe Miete für den Klassenerhalt in der Weltgruppe sein - die deutschen Tennis-Damen gehen mit zwei Siegen gegen Lettland in Führung. Am Samstag könnte Julia Görges dann den entscheidenden Punkt liefern. Doch eine Sache belastet sie.

Andrea Petkovic hatte die Haare nicht schön, Julia Görges zwickte der Rücken, doch unter dem Strich fehlt dem deutschen Fed-Cup-Team beim Playoff gegen Lettland in Riga nur noch ein Punkt zum Klassenerhalt in der Weltgruppe. Petkovic gewann gegen die frühere French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko mit 7:5, 6:4, Görges erhöhte mit dem 6:4, 4:6, 6:1 gegen Diana Marcinkevica auf 2:0

"Germany's next Topmodel werde ich wohl gerade nicht, aber der Punkt ist da", sagte die auf dem Kopf ein wenig zerzauste Petkovic, deren Erleichterung nach dem Sieg im anderthalbstündigen Auftakteinzel gegen Ostapenko spürbar war. Görges brauchte ein bisschen länger, blieb aber gegen Marcinkevica in 1:59 Stunden ebenfalls unter der Zwei-Stunden-Marke.

Görges hatte bereits am Donnerstag über drei ausgerenkte Wirbel geklagt und nahm nach dem Satzausgleich eine Auszeit, brachte das Match aber dennoch sicher ins Ziel. Sie kann am Samstag um 14 Uhr gegen Ostapenko bereits für die Entscheidung zugunsten der deutschen Mannschaft sorgen.

"Bin stolz auf die Mädels"

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Kämpfte sich durch das Auftakteinzel: Andrea Petkovic.

(Foto: imago images / Paul Zimmer)

"Ich bin zufrieden, wie ich mich heute durchgekämpft habe", sagte die 30-Jährige. Teamkapitän Jens Gerlach lobte seine Spielerinnen: "Ich bin stolz auf die Mädels heute. Sie haben beide in schwierigen Phasen durchgehalten." Gerlach warnte aber auch davor, sich nun allzu sicher zu fühlen: "Eine Vorentscheidung ist das aber noch nicht. Man hat gesehen, was im Fed Cup möglich ist."

Petkovic und Ostapenko hatten sich nicht weniger als 14 Breaks geleistet, sieben in jedem Satz, in der nur zur Hälfte gefüllten Arena. "Ich habe gehofft, dass sie viele Fehler macht, aber dann habe ich die auch gemacht", gab Petkovic selbstkritisch zu. Ostapenko, als Nummer 29 der Welt 42 Plätze besser notiert als ihre Gegnerin, machte mit ihrer kraftvollen Spielweise viel Druck, raubte sich aber selbst durch etliche leichte Fehler den Nerv. "Ich wollte unbedingt für mein Team diesen ersten Punkt holen", sagte Petkovic.

Im zweiten Satz sah alles nach einer schnellen Angelegenheit für die Deutsche aus, Petkovic führte 5:2, verlor dann aber komplett den Faden. Ostapenko, deren zwei Siege für Lettland fest eingeplant waren, kam Punkt für Punkt heran und schaffte es den Anschluss zum 5:4, ehe Petkovic rechtzeitig wieder den Schalter umlegen konnte.

Petkovic malträtiert Schläger

Bei eigener 5:4-Führung im zweiten Durchgang hatte Petkovic kurz ihren Schläger malträtiert und sich damit "ein bisschen Luft verschafft, dann ging es auch besser", sagte die Darmstädterin: "Danach wusste ich, dass ich es gewinnen kann."

Obwohl Sportler "ja immer sehr allergisch reagieren", wenn von der Favoritenrolle die Rede ist, "müssen wir uns jetzt schon trauen, zu sagen, dass wir in der besseren Position sind", stellte die 31-Jährige nach dem Sieg gegen Ostapenko fest. Petkovic nutzte ihre Chance als zweite Einzelspielerin, die nach der krankheitsbedingten Absage von Wimbledonsiegerin Angelique Kerber so kurzfristig und unverhofft gekommen war.

Quelle: n-tv.de, Pirmin Closse, sid

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