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Russe macht Weg zur Rettung frei Pinguine sind umstrittenen Investor los

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Die Fans der Krefeld Pinguine dürfen mindestens kurz aufatmen: Die Insolvenz scheint erstmal vom Tisch.

(Foto: imago images/Eibner)

Die Krefeld Pinguine sind ein Urgestein der Deutschen Eishockey-Liga, 2003 wird der Klub Meister. In diesen Tagen steht der Klub vor dem Aus, es droht die Insolvenz. Nun könnte sich die Lage entspannen. Das liegt an einem umstrittenen Investor, der auch im Fußball schon für manche Schlagzeile gesorgt hat.

Der Weg zur Rettung des wirtschaftlich angeschlagenen früheren Eishockey-Meisters Krefeld Pinguine ist frei. Wie der Klub aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mitteilte, wurde eine einvernehmliche Lösung im Gesellschafterstreit gefunden. Der umstrittene russische Geldgeber Michail Ponomarew zog sich am Montagabend zurück, indem er seine Anteile, die er über die Firma Energy Consulting Europe hielt, an Mitgesellschafter Dirk Wellen übertrug.

Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos hatte in der Vorwoche Ponomarews Rückzug als einzigen Ausweg aus der existenzbedrohenden Krise des Ex-Meisters gefordert. Noch am Freitag  hatte Roos zu einem bevorstehenden Insolvenzantrag gesagt: "Ich schließe das nicht aus. Ob das dann plötzlich für den ein oder anderen kommt, soll jeder für sich selbst beurteilen. Wir haben im September darauf hingewiesen, dass wir dieses Problem bekommen werden am Tag X. Jetzt haben wir den 31. Januar. Damit ist klar, dass dieser Tag immer näher rückt."

"Werden kurzfristig für Liquidität sorgen"

Uerdingens Präsident Ponomarew: "Wenn nötig, hole ich 18 Trainer". Foto: Roland Weihrauch/Archivbild

Michail Ponomarew zieht sich aus dem Verein zurück.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Entsprechend erleichtert ist der Funktionär jetzt, nur wenige Tage später: "Die letzten Wochen und Monate sind für die Krefeld Pinguine alles andere als einfach gewesen", sagte er nach der Einigung: "Nun werden wir kurzfristig für Liquidität sorgen, können die angestrebte Stammkapitalerhöhung noch diesen Monat umsetzen und eine Gesellschafterstruktur schaffen, die zukünftig für die Pinguine verantwortlich sein wird."

Auch Jürgen Arnold, Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrates, zeigte sich erfreut. "Das ist eine gute Nachricht für die Krefeld Pinguine sowie für die Deutsche Eishockey Liga", sagte er: "Es ist zu hoffen, dass nun eine Perspektive da ist, die es ermöglicht, auch in Zukunft in Krefeld DEL-Eishockey zu sehen. Den tollen Fans sowie dem gesamten Standort wäre es zu wünschen." Bis zum 15. Februar muss der Klub den Lizenzantrag für die kommende Spielzeit einreichen. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hätte die sofortige Einstellung des Spielbetriebs bedeutet.

Kurzfristige Geldspritze wurde abgelehnt

Der Weg für neue Investoren ist in Krefeld bereitet, sie sollen den vom finanziellen K.o. bedrohten Pinguinen neue Mittel zur Verfügung stellen. Laut Roos fehlen 400.000 Euro, um eine Insolvenz abzuwenden. Insgesamt beläuft sich das Minus auf 1,1 Millionen Euro. Geplant ist eine Stammkapitalerhöhung um 750.000 Euro.

Ponomarew, der Anteile im Nennwert von 345.00 Euro hielt, hatte zuletzt noch eine Geldspritze in Höhe von 300.000 Euro zur Soforthilfe in Aussicht gestellt. Dieses Angebot lehnte Roos ab, weil neue Geldgeber angeblich nicht mit dem Russen zusammenarbeiten wollten. Laut Roos sei die Finanzkrise der Krefelder erst entstanden, weil Ponomarew in der Vergangenheit Zahlungszusagen nicht einhielt. Dies bestritt der Russe.

Ponomarew ist auch Präsident und Geldgeber des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen, mit dem der Russe von der 5. in die 3. Liga aufgestiegen ist. Der Verein machte allerdings auch wiederholt Schlagzeilen durch eine Vielzahl an Trainerentlassungen, Ausraster des Präsidenten und skurille Trainingslager-Pannen Schlagzeilen.

Quelle: ntv.de, ter/sid