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DSV-Fahrer umso stärker Rebensburg enttäuscht bei WM-Abfahrt

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Rebensburg suchte sichtlich ratlos nach einer Erklärung für diese Abfahrts-Enttäuschung.

(Foto: dpa)

In der WM-Abfahrt in St. Moritz erfährt Viktoria Rebensburg ein Debakel - und ist ratlos. Gegen Ilka Stuhec, die neue Speed Queen aus Slowenien, hat sie keine Chance. Die deutschen Männer dagegen überzeugen beim Sieg des Schweizers Beat Feuz.

Viktoria Rebensburg hob ratlos die Arme und blickte wie versteinert den Berg hinauf. Während die neue "Speed Queen" Ilka Stuhec nur ein paar Meter von der enttäuschten deutschen Medaillenhoffnung entfernt völlig ausgelassen ihren Abfahrtstriumph feierte, schob Rebensburg nach ihrem Debakel Frust. Nur Platz elf statt Edelmetall - "ich war selbst überrascht über den Rückstand im Ziel, eine Erklärung dafür habe ich gerade nicht", sagte die beste deutsche Ski-Rennläuferin geschockt. 0,80 Sekunden fehlten ihr zu einem Platz auf dem Podest.

Stuhec dagegen krönte sich als Nachfolgerin ihrer zurückgetretenen Landsfrau Tina Maze in überragender Manier zur Königin von St. Moritz. "Das ist sehr emotional, ich werde den Rest des Tages weinen", sagte sie. Die Die 26-Jährige verwies die überraschend starke Österreicherin Stephanie Venier (0,40 Sekunden zurück) auf Platz zwei. Dritte wurde Lindsey Vonn (USA/0,45), mit 32 Jahren und 117 Tagen nun älteste Medaillengewinnerin der alpinen WM-Geschichte. "Nach meiner Verletzung ist das wie Gold für mich", sagte sie. WM-Debütantin Kira Weidle (Starnberg/2,87) wurde 29.

Dreßen zeigt bemerkenswerte Fahrt

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Roger Federer hat sich auch unter das Publikum gemischt.

(Foto: REUTERS)

Wenige Stunden später waren dann die meisten der mehr als 30.000 Zuschauer, unter ihnen erstmals bei einem Ski-Rennen Tennis-Star Roger Federer, dann völlig aus dem Häuschen: Mitfavorit Beat Feuz hielt dem Druck stand und gewann Gold bei den Männern. Einen Tag nach seinem 30. Geburtstag siegte er in einem packenden Rennen vor Super-G-Weltmeister Erik Guay aus Kanada (0,12 Sekunden zurück). Bronze holte sich auf der wegen Nebels um den "Freien Fall" verkürzten "Corviglia" der Österreicher Max Franz (0,37).

Eine ausgezeichnete Leistung zeigten im Gegensatz zu Rebensburg die deutschen Männer. Andreas Sander belegte nach besten Zwischenzeiten im oberen Teil am Ende Rang acht - nur 0,19 Sekunden fehlten ihm zu einer Medaille. Es war die beste Leistung eines deutschen Abfahrers seit 2001, als Florian Eckert bei der WM in St. Anton sensationell Bronze gewonnen hatte. Dennoch war Sander, im Super-G am Dienstag Siebter, im Ziel nicht ganz zufrieden. "Es wäre mehr drin gewesen, da muss man sich natürlich kurz ärgern", sagte er - und lag damit nicht falsch.

Ebenfalls eine bemerkenswerte Fahrt zeigte WM-Debütant Thomas Dreßen. Er belegte knapp hinter Olympiasieger Matthias Mayer Rang zwölf (0,88) und war dabei schneller war als Top-Fahrer wie Dominik Paris oder Hannes Reichelt. "Ein Glas Bier mit dem Servicemann werde ich mir da schon gönnen", sagte er zufrieden. Josef Ferstl (Hammer/1,13) belegte Rang 18. "Mit dem Teamergebnis können wir zufrieden sein", sagte Sander.

Rebensburg macht sich keine Vorwürfe

Rebensburg brauchte nach ihrer Fahrt eine Weile, bis sie sich wieder gefasst hatte. "Es waren schon ein paar kleinere Fehler drin. Aber ich kann mir keine Vorwürfe machen. Ich habe alles gegeben", behauptete sie ein wenig trotzig. Im Riesenslalom am Donnerstag hat die 27-Jährige aus Kreuth am Tegernsee ihre dritte und letzte Medaillenchance.

"Ich fühle mich wieder sehr wohl im Riesenslalom und freue mich darauf", sagte sie kämpferisch. Vor dem Rennen in ihrer Lieblingsdisziplin will Rebensburg am Dienstag aber zunächst noch den Teamwettbewerb fahren - und versuchen, auf ihre Art den Kopf freizubekommen. "Ein Kaffee in der Sonne schadet auch mal nichts, das ist gut für die Seele - und das werde ich auch mal tun."

Quelle: n-tv.de, Marco Mader und Thomas Häberlein, sid

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