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Keine Feier mit Familie Russen raubten WM-Heldin den schönsten Moment

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Mahutschich freut sich über ein Silber, das wie Gold ist.

(Foto: IMAGO/Kyodo News)

"Ich möchte keine Mörder auf der Bahn sehen", sagt die ukrainische Hochspringerin Jaroslawa Mahutschich vor der WM in Eugene. Sie gewinnt Silber und ist in ihren Gedanken sofort zurück in Dnipropetrowsk, ihrer Heimat. Dort würde sie so gerne mit ihrer Familie feiern. Doch das geht nicht.

Jaroslawa Mahutschich schaute auf ihre Silbermedaille und strahlte. "Für mich ist das Gold", sagte die Hochspringerin aus der Ukraine, die auch ganz weit weg bei der WM in Eugene/USA mit den Gedanken in der Heimat ist: "Wir werden für unsere Unabhängigkeit und unser Land kämpfen. Und natürlich werden wir am Ende auch gewinnen."

Seit dem 24. Februar, 4.30 Uhr, herrscht Krieg im Leben von Mahutschich, an die "schrecklichen Geräusche von Explosionen, Artilleriefeuer und Schüssen", erinnert sich die 20-Jährige noch genau. Ihr gelang die Flucht aus Dnipropetrowsk, die dreitägige Irrfahrt auf dem Weg zur Hallen-WM in Belgrad und ihr Triumph dort machten weltweit Schlagzeilen.

Ein Übergangsleben in Deutschland

"Ich kann mir gar nicht vorstellen, was sie durchmacht", sagte die neue Weltmeisterin Eleanor Patterson, die Australierin sprang gleich im ersten Versuch über 2,02 m - Mahutschich in einem Herzschlagfinale "erst" im zweiten: "Sie ist eine unglaubliche Person und Athletin". Sebastian Coe, Präsident des Weltverbands World Athletics, meinte über Mahutschich und die anderen 20 Athleten aus der Ukraine bei der WM: "Ihre Häuser sind zerstört worden. Es ist unvorstellbar. Ich glaube, keiner von uns kann ermessen, was das bedeutet."

Da so viele Ukrainer sterben, war Mahutschich, die wie ihre Mutter, Schwester und Nichte mittlerweile in Deutschland in Sicherheit lebt, froh und erleichtert, dass russische Sportler wegen des Krieges in Eugene nicht starten dürfen - auch nicht als neutrale Athleten.

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"Ich möchte keine Mörder auf der Bahn sehen", hatte die Olympia-Dritte vor den Wettkämpfen gesagt. Viele russische Athleten würden Wladimir Putin "unterstützen". Auch ihr zuvor gutes Verhältnis zur russischen Olympiasiegerin Marija Lasizkene sei durch den Angriff nun zerrüttet.

Mahutschich wünscht sich nichts mehr, als mit ihrer Silbermedaille wieder nach Dnipropetrowsk zu reisen und ihren Vater und Opa zu sehen. "Aber das kann ich jetzt nicht", sagte sie: "Die Russen haben mir diese Möglichkeit genommen."

Quelle: ntv.de, sue/sid

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