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"Gefährdung aller Fahrer" Schachmann schimpft auf die "Kaputten" von Roglic

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Die Renngestaltung des Teams Jumbo-Visma sorgt für Ärger.

(Foto: IMAGO/Pro Shots)

Die erste Woche der Tour de France verläuft traditionell unruhig, auch 2022 gibt es zahlreiche Stürze. Die gehen oft glimpflich aus, dennoch ist Maximilian Schachmann sauer - und zwar auf die Kollegen von Jumbo-Visma. Die sollen Topstar Primoz Roglic eigentlich zum Tour-Sieg eskortieren, sorgen dabei aber für Aufregung.

Maximilian Schachmann hat die in seinen Augen gefährliche Fahrweise des Teams Jumbo-Visma bei der Tour de France kritisiert. "Auf jeden Fall muss Jumbo sich mal ein bisschen einkriegen. Roglic hat wieder diesen Sturz ausgelöst, weil die einfach wie die Kaputten auf den letzten Zentimeter fahren, es nicht können, sich dann an der Straßenkante aufhängen. Das ist eine Gefährdung aller Fahrer und total unnötig", sagte der Radprofi vom Team Bora-hansgrohe nach der sechsten Etappe.

In der von Schachmann angesprochenen Szene etwa 13 Kilometer vor dem Ziel in Longwy ist durch die TV-Bilder nicht klar zu erkennen, ob Primoz Roglic den Sturz am Donnerstag ausgelöst hat. Es ist lediglich zu sehen, wie ein anderer Fahrer zu Fall kommt, Roglic ausweicht und ein Stück durch den Straßengraben fährt. "Wo kein Platz ist, ist halt kein Platz in dem Moment. Man braucht nicht alle ausschalten", sagte Schachmann.

Das Team Jumbo-Visma will mit Roglic oder dem Dänen Jonas Vingegaard die Tour gewinnen. Der Slowene ist nach seinem Sturz auf der Kopfsteinpflasteretappe bereits abgeschlagen. Dass bei Jumbo Nervosität herrscht, verdeutlichte ein missglückter Radwechsel von Vingegaard auf der fünften Etappe. Der Däne nahm sich nach einem Defekt das Rad seines deutlich größeren Teamkollegen Nathan Van Hooydonck, anstatt auf das nahe Teamfahrzeug zu warten. Vingegaard kam nicht einmal auf den Sattel des Rades. Die Szene wurde zur Lachnummer in den sozialen Medien.

Schwere Verletzungen auf der 5. Etappe

Am schwersten erwischte es in einer unruhigen ersten Tourwoche auf der fünften Etappe Michael Gogl und Daniel Oss - allerdings ohne Beteiligung von Jumbo-Visma. Oss' Team TotalEnergies teilte mit, dass Untersuchungen einen Halswirbelbruch ergeben hätten. "Er darf sich für einige Wochen nicht bewegen und muss die Tour verlassen", hieß es in der Mitteilung. Der Italiener war mit einem unachtsamen Fan kollidiert und stürzte schwer. Der dahinter heranrasende Gogl konnte bei hoher Geschwindigkeit nicht mehr ausweichen und flog über das Rad von Oss. Dabei zog sich Gogl nach Angaben seines Teams Alpecin-Deceuninck einen Beckenbruch und einen Schlüsselbeinbruch zu und muss operiert werden.

Auch Roglic hatte es auf dieser Etappe erwischt: Der Slowene stürzte, verlor viel Zeit auf Hauptkonkurrent Tadej Pogacar - und berichtete hinterher, dass er sich seine bei dem Sturz ausgekugelte Schulter wieder selbst eingerenkt hatte. "Ich konnte sie nicht gleich wieder einrenken, also musste ich mich auf den Stuhl eines Zuschauers setzen. Ich habe da eine spezielle Technik und so habe ich sie wieder eingerenkt", sagte Roglic in einem TV-Interview.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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