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Bundesliga-Fernsehrechte Schiphorst will 500 Mio. Euro

Hertha-Präsident und Medien-Experte Bernd Schiphorst hält bei der Vergabe der Bundesliga-Fernsehrechte eine Einnahmesteigerung von mindestens einem Drittel für notwendig. "Wir müssen irgendwo zwischen 400 und 500 Millionen Euro landen", erklärte der ehemalige UFA-und Bertelsmann-Manager. Bisher erzielt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) aus der gesamten TV-Vermarktung 300 Millionen Euro pro Saison. Damit sei sie im Vergleich der fünf größten europäischen Ligen mit Abstand das Schlusslicht.

Um allen Interessen der Verhandlungs-Partner DFL, Pay-TV und Free-TV gerecht zu werden, plädiert Schiphorst für eine "gewaltig gestraffte Berichterstattung" im frei empfangbaren Fernsehen. Nach 20.15 Uhr solle an einem Samstag demnach kein Fußball mehr gesendet werden. "Nach 20.15 Uhr ist Familien-Fernsehtag", sagte Schiphorst mit Verweis auf die Sehgewohnheiten von Familien, die für Fußball kaum Platz ließen. Für keine gute Idee hält Schiphorst auch ein "Spiel des Tages" am Samstag um 18.30 Uhr, da dies eine Konkurrenz zur Bundesligazusammenfassung im Free-TV darstellen würde.

Auch DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bezeichnete eine freie Bundesliga-Berichterstattung nach 22.00 Uhr als "entscheidend zu spät". Man wolle sowohl den Wünschen der öffentlich-rechtlichen Anstalten nach zeitnaher Berichterstattung als auch denen des Pay-TV nach Exklusivität nachkommen, erklärte der Verbands-Chef im Nachrichtensender "n-tv".

Klar sei jedoch, dass das Fernsehen für die Berichterstattung tiefer in die Tasche greifen müsse. "300 Millionen Euro sind zu wenig. 500 Millionen ist aber eine hohe Marge", ergänzte Mayer-Vorfelder. Er halte eine Einigung zwischen diesen Zahlen realistisch.

Quelle: ntv.de