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Drei Dopingkontrollen verpasst? Sprint-Superstar Coleman droht das WM-Aus

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"Ich bin in der Form meines Lebens und kann immer noch besser werden", sagt Christian Coleman.

(Foto: imago images / Bildbyran)

Der Leichtathletik droht der nächste Dopingskandal: Sprintstar Christian Coleman soll in den vergangenen zwölf Monaten drei Trainingskontrollen verpasst haben. Dem Goldfavoriten über 100 Meter droht das Aus für die Weltmeisterschaft. Die Anwälte zweifeln einen Termin an.

Russland ist noch längst nicht begnadigt, da droht der Leichtathletik der nächste große Skandal: US-Topsprinter Christian Coleman hat in den vergangenen zwölf Monaten womöglich drei Dopingtests verpasst, das berichten die Daily Mail und die Times. Für den Goldanwärter über 100 Meter könnte damit die anstehende WM in Doha vom 27. September bis 6. Oktober ausfallen.

Die US-Anti-Doping-Behörde Usada wollte nach den Vorwürfen gegen den Vizeweltmeister über 100 Meter gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP nicht bestätigen, dass es einen Fall Coleman gibt. Grundsätzlich müsse erst eine "komplette Untersuchung" stattfinden, bevor sich die Usada in derlei Angelegenheiten äußere.

Die schnellsten Männer der Welt

1. Usain Bolt (Jamaika), 9,58 Sekunden
2. Tyson Gay (USA) und Yohan Blake (Jamaika), 9,69 Sekunden
4. Asafa Powell (Jamaika), 9,72 Sekunden
5. Justin Gatlin (USA), 9,74 Sekunden
6. Nesta Carter (Jamaika), 9,78 Sekunden
7. Maurice Greene und Christian Coleman (beide USA), 9,79 Sekunden
9. Steve Mullings (Jamaika), 9,80 Sekunden
10. Richard Thompson (Trinidad) 9,82 Sekunden

Die Vorwürfe gegen Coleman wiegen schwer. Bei drei so genannten "missed tests" droht eine Dopingsperre zwischen einem und zwei Jahren. Coleman, mit seinen 9,81 Sekunden derzeit die Nummer eins in der Welt über 100 Meter und damit eigentlich aussichtsreichster Kandidat auf Gold in Doha, könnte so nicht nur die Titelkämpfe in Katar verpassen - sondern auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

"Ich bin in der Form meines Lebens"

Gold über 100 Meter in Doha - das war Colemans erklärtes Ziel. "Darauf konzentriere ich mich jeden Tag. Dafür greife ich in jedem einzelnen Training an", hatte der 23-Jährige gesagt und nicht nur mit dem Titelgewinn bei den US-Meisterschaften seinen Anspruch untermauert: "Ich bin in der Form meines Lebens und kann immer noch besser werden." Drei der fünf schnellsten Zeiten dieses Jahres gehen auf sein Konto, in allen wichtigen Rennen blieb Coleman unter der Zehn-Sekunden-Marke.

Doch "die Mission ist noch nicht erfüllt", sagte der Mann, der mit seiner 100-Meter-Bestleistung von 9,79 Sekunden auf dem geteilten siebten Platz der ewigen Bestenliste liegt. Seinen Start am Sonntag beim Diamond-League-Meeting in Birmingham hatte Coleman überraschend abgesagt. Vor zwei Jahren in London holte er hinter seinem umstrittenen und bereits des Dopings überführten Landsmann Justin Gatlin WM-Silber, bei dem Rennen schickte er Sprintsuperstar Bolt mit Bronze in Rente.

Für Verwunderung hatte Coleman vor der WM gesorgt, als er Gatlin seinen Mentor nannte: "Er hat mir viele Ratschläge gegeben." Sechs Monate später verbesserte Coleman den Hallen-Weltrekord über 60 m auf 6,34 Sekunden. In den vergangenen Jahren hatte der Skandal um systematischen Betrug in Russland die Leichtathletik erschüttert. Seit fast vier Jahren ist der russische Verband wegen des Dopingskandals jetzt schon ausgeschlossen, russische Athleten dürfen nur nach Prüfung durch den Weltverband IAAF und als "Neutrale Athleten" bei internationalen Wettbewerben starten.

Quelle: n-tv.de, Kristof Stühm, sid

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